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Elf Milliarden für Klima-Sanierung im Kreis Meißen - Mieterhöhungen drohen

Mieterschützer warnen vor einer Sanierung auf dem Rücken der Mieter. 80 Prozent der Wohnungen benötigen neue Heizungen und Dämmungen.

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Blick in die Meißner Neugasse: Auch diese Wohnungen müssen bis 2045 energetisch saniert werden. Das wird teuer.
Blick in die Meißner Neugasse: Auch diese Wohnungen müssen bis 2045 energetisch saniert werden. Das wird teuer. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Rund 137.700 Wohnungen gibt es im Landkreis Meißen – und auf die meisten kommt eine große, teure Sanierungswelle zu. Das befürchtet der Verein Mein-Fair-Mieter in einer Mitteilung vom Donnerstag. Grund seien die Klimaschutz-Ziele der Bundesregierung. Rund 492 Millionen Euro pro Jahr werden Wohnungseigentümer im Kreis Meißen nach und nach in Sanierungen investieren müssen, um die Wohnungen auf einen hohen Energiespar-Standard zu bringen, der bis 2045 erforderlich ist. Das geht aus einer Analyse zum regionalen Wohnungsmarkt hervor, die das Pestel-Institut (Hannover) für Mein Fair-Mieter gemacht hat. Allein 180 Millionen Euro jährlich sind demnach notwendig, um die 74.500 Mietwohnungen im Landkreis Meißen energetisch zu sanieren.

Das Mieterschutz-Label warnt dabei vor einer Klima-Miete. "Die enormen Sanierungskosten dürfen nicht auf dem Rücken der Mieter abgeladen werden. Der Staat muss unbedingt verhindern, dass Mieter ‘arm saniert‘ werden", sagt Matthias Günther vom Gütesiegel Mein Fair-Mieter. Wer eine Wohnung mietet, dürfe – wenn überhaupt – nur mit einem Bruchteil der Kosten belastet werden. Klimaschutzsanierungen seien Investitionen ins Haus. Sie erhöhen den Wert der Immobilie – bei Mietshäusern genauso wie beim Einfamilienhaus. Nutznießer seien damit in erster Linie also die Hauseigentümer.

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Bis 2045 neutrale Treibhausbilanz

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Die Experten erwarten, dass die erforderliche Klimaschutz-Offensive auf dem heimischen Wohnungsmarkt bereits in diesem Jahr startet. Immerhin gehe es um das Ziel, bis 2045 auch beim Gebäudebestand im Kreis Meißen eine neutrale Treibhausgasbilanz zu erreichen. „Das werden 23 lange Jahre für die Sanierung und den Wechsel von fossilen zu regenerativen Energien“, sagt Matthias Günther. Auch im Kreis Meißen gehe es darum, etwa 80 Prozent der Wohnfläche – rund 8,9 Millionen Quadratmeter – energetisch zu sanieren. Das restliche Fünftel sei entweder bereits auf einem hohen Klimaschutz-Niveau oder die Bausubstanz lasse eine sinnvolle Sanierung nicht zu.

Verteilt auf die Jahre werden bis 2045 in den Wohngebäude-Bestand im Landkreis Meißen – berechnet auf aktueller Kostenbasis – rund 11,3 Milliarden Euro in Energiespar-Sanierungen investiert werden müssen. (SZ)

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