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Informatik-Lehrer warnt vor Fake-Profilen

Immer häufiger haben im Landkreis Meißen Nutzer von Sozialen Netzwerken mit falschen Profilen zu kämpfen. Die Angreifer sind cleverer geworden.

"Hast Du mir gerade diese Nachricht geschickt? Liest sich komisch." Immer häufiger werden Nutzer von Sozialen Netzwerken im Kreis Meißen mit gefälschten Profilen konfrontiert.
"Hast Du mir gerade diese Nachricht geschickt? Liest sich komisch." Immer häufiger werden Nutzer von Sozialen Netzwerken im Kreis Meißen mit gefälschten Profilen konfrontiert. © dpa-Zentralbild

Von Julian Wolf

Meißen. "Früher war es überhaupt kein Problem, entweder ungewollte Spam-Nachrichten oder gefälschte Profile, sogenannte Fakes, ausfindig zu machen und zu löschen", sagt Markus Gretzschel, Informatiklehrer aus Meißen. "Doch im letzten Jahrzehnt hat sich viel getan. Die Facebook-Gemeinde ist mit ihren Autorisierungs- und Rückverfolgbarkeitsmaßnahmen cleverer geworden, die Spammer auch. Das ist ein Wettlauf."

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Immer noch gibt es Fake-Profile, die einfach zu erkennen sind. Meist mit seltsamen Namen wie zum Beispiel "Cassandra Bauer Triebisch", einem Profilbild, das man schon als Nacktfoto deuten könnte und einem vermeintlichen Link, der zu einem ersten Kennenlernen auf sexueller Basis führen soll. Dabei heißt es jedoch Augen auf. Diese ganz offensichtlichen Fakes sind nicht nur für Nutzer, sondern auch für das Unternehmen Facebook leicht erkennbar, werden oftmals sofort gemeldet und entfernt. Sie verstoßen gegen den sogenannten Gemeinschaftsstandard des Netzwerkes. Die Chancen für Abzocke oder Datenraub sollen sich somit verringern.

Ein Buchstabe macht den Unterschied

Das gefällt den Betrügern, die dahinter stehen, aber nicht. "Oftmals wird von den codierten Computerprogrammen, die man auch als Bot bezeichnet, ein Nutzer-Account regelrecht infiltriert", berichtet Gretzschel, der in den letzten Jahren Vorträge und Workshops über Facebook und andere soziale Netzwerke leitete. "Dann werden öffentliche Daten wie das Geburtsdatum, Freundeslisten, Bilder, Wohn- und Geburtsort gestohlen. Eine große Gefahr wächst jetzt auch im Landkreis heran", beobachtet er.

Die Authentizität sicherzustellen und Sicherheit für Nutzer zu gewährleisten, sei für Facebook eine Aufgabe der obersten Priorität, liest man in den Schutzmaßnahmen der Gemeinschaftsstandards des Unternehmens. Das gestaltet sich jetzt allerdings mühsamer als zuvor, werden doch die Anleger der Fake-Profile immer cleverer. Die Nutzer zwischen Meißen und Radebeul regen sich auf. Nicht nur würden ihre eigentlichen Profilbilder gestohlen und in einem Fake-Profil verwendet werden, auch unterscheiden sich die Bezeichnungen der Accounts nur in Nuancen vom eigentlichen Namen. Heißt ein Nutzer ‚Matthias Bauer‘ wird ein Fake-Profil unter dem Namen ‚Mathias Bauer‘ erstellt werden. Beim schnellen Hinsehen ist der Fehler kaum erkennbar.

"Auch die öffentlichen Profil-Bilder werden kopiert. Das Basteln von falschen Identifikationen ist einfach", sagt Gretzschel, der auch Informatik am Gymnasium Coswig lehrt. Jetzt kommt es darauf an, wachsam zu sein und personenbezogene Daten zu verriegeln. Wirklich nur Freundschaftsanfragen akzeptieren, beziehungsweise auf Nachrichten antworten, wenn die Authentizität des Profils gewährleistet ist, muss der Standard sein.

Verlockung ist groß

Im Zeitalter der Digitalisierung tummeln sich inzwischen gleichermaßen Alt und Jung in den Sozialen Netzwerken. Gerade die Portale Facebook und Instagram sind dabei äußerst beliebt. Zwar gibt es auch genügend Menschen, die sich nicht auf diesen Plattformen anmelden, doch für viele Leute ist die Verlockung der digitalen Vernetzung groß: Schnell mal einem Bekannten oder dem Arbeitskollegen schreiben, alte Freunde aus vergangenen Zeiten aufspüren, auf Angebote und Veranstaltungen hinweisen oder einfach die Urlaubsbilder mit der Öffentlichkeit teilen.

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Klingt eigentlich ganz gut, doch es gibt einige Schattenseiten. Zum Beispiel die oben beschriebenen sehr schlecht gefälschten Profile, die sich als reale Personen ausgeben, scheinbar endlos Nachrichten und Freundschaftsanfragen senden, nur um undurchsichtige Abzocke-Verträge anzubieten oder zu versuchen, an private und sensible persönliche Informationen heranzukommen.

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