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Meißen im Frauenlob-Fieber

Lieber spät als nie: Seit Mittwoch gibt es in Meißen einen Frauenlobplatz, und einen besonderen Ginkgobaum. Das ist noch nicht alles.

Von Andre Schramm
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Helge Landmann und Matthias Schulze alias Frauenlob brachten das Schild an.
Helge Landmann und Matthias Schulze alias Frauenlob brachten das Schild an. © Claudia Hübschmann

Meißen. Exakt 705 Jahre nach seinem Ableben wird nun an den bekannten Dichter Heinrich von Meißen, besser bekannt als Frauenlob, in Meißen erinnert, sogar gleich mehrfach. Dazu kamen trotz eisiger Kälte etwa 40 Meißnerinnen und Meißner am Mittwochnachmittag auf den kleinen Platz, an dem die Frauenstufen auf den Kleinen Hohlweg bzw. die Leinewebergasse treffen.

Dass es überhaupt so weit kam, ist Roswitha Schäfer zu verdanken. Sie hatte sich gewundert, dass Frauenlob in seiner Geburtsstadt bislang überhaupt keine Rolle im öffentlichen Leben spielte. "Ganz anders in Mainz, wo Frauenlob starb. Dort gibt es u.a. eine Frauenlobstraße, ein Frauenlob-Gymnasium und sogar eine Frauenlob-Barke am Rhein", erzählt sie. Die rüstige Ruheständlerin sprach daraufhin im hiesigen Stadtrat vor, schrieb Leserbriefe und ließ sich nicht abbringen, dem Lyriker das Andenken teil werden zu lassen, das er verdient hat. "Ein Stadtrat meinte sogar zu mir: Wir haben schon genügend Heinriche in Meißen", erinnert sich Schäfer und schüttelt dabei den Kopf. "Geschichtsvergessenheit ist eine Sache, die mich furchtbar nervt", fügte sie noch hinzu.

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