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Meissen Tourist nutzt Chancen der Krise

Das Unternehmen hat seine Stärken bei Individualreisen und Urlauben in Griechenland sowie Zypern ausgebaut.

Hofft auf das Reisegeschäft 2021: Der Geschäftsführer von Meissen Tourist Lutz Thieme hat die letzten Monate genutzt, um sein Unternehmen auszubauen.
Hofft auf das Reisegeschäft 2021: Der Geschäftsführer von Meissen Tourist Lutz Thieme hat die letzten Monate genutzt, um sein Unternehmen auszubauen. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Herr Thieme, der Countdown zum Weihnachtsfest und zu Silvester läuft. Wie ist derzeit die Situation in der Reisebranche?

Kurz gesagt: Sehr angespannt. Ende und Anfang des Jahres sind ja Zeiten, wo traditionell gern und viel gereist wird. Bislang hat sich die Regierung jedoch noch nicht geäußert, ob überhaupt wieder Reisen stattfinden dürfen. Wir können erst handeln, wenn eine Entscheidung gefällt wurde und die gesetzlichen Grundlagen vorliegen. Noch müssen leider über 1.000 Kunden auf Klärung warten.

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Welche Reaktionen erhalten Sie von Ihren Kunden?

Schon im Sommer hat sich angedeutet, dass es in der Bevölkerung eine große Lust am Verreisen gibt. Die Menschen möchten etwas erleben und verlangen nach Abwechslung. Dank sehr guter Hygienekonzepte war das auch möglich. Unsere Kunden kamen alle richtig glücklich wieder. Viele warten jetzt, dass es endlich wieder losgeht und würden lieber heute als morgen in den nächsten Urlaub aufbrechen. Es fehlen einfach die sozialen Kontakte und Erlebnisse außerhalb des Alltags.

Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das kommende Jahr?

Wir hoffen, dass sich die Lage etwas entspannt. Die meisten Meissen-Tourist-Kataloge und Angebot sind bereits auf dem Markt beziehungsweise kommen in den nächsten Wochen heraus. Oberstes Gebot ist dabei die Sicherheit der Kunden sowohl was den Infektionsschutz anbelangt als auch beim Buchen. Bei Busreisen zum Beispiel haben wir die Möglichkeit geschaffen, bis zu acht Wochen vorher kostenfrei zu stornieren. Damit geben wir mehr Sicherheit bei früher Planung und reduzieren auf diese Weise deutlich das finanzielle Risiko unserer Kunden.

Wie ist Ihr Unternehmen bislang durch die Krise gekommen?

Die Pandemie hat die gesamte Branche schwer getroffen. Kurzarbeit hilft uns bis heute, mit den Problemen fertig zu werden. Unsere Angestellten leiden unter der andauernden Unsicherheit und dem oft sehr kurzfristigen Handeln der Politiker. Ich kann es niemandem übelnehmen, wenn er sich in dieser Situation nach einer anderen Branche umsieht. Aber der Kern unserer Mannschaft steht nach wie vor und hofft auf ein besseres touristisches Jahr 2021. Trotzdem ist das Auftreten der Pandemie natürlich eine bedauerliche Entwicklung. Allerdings eröffnen sich in dieser Situation auch manchmal neue Chancen.


Ein Bild aus dem Jahr 2012: Nach zwölf Jahren schließen Anett Scheffler (links) und Sandra Winkler (rechts hinten) ihre Meißner Reiselounge. Sandra Winkler wechselt zu Meissen Tourist.
Ein Bild aus dem Jahr 2012: Nach zwölf Jahren schließen Anett Scheffler (links) und Sandra Winkler (rechts hinten) ihre Meißner Reiselounge. Sandra Winkler wechselt zu Meissen Tourist. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Und diese wären?

Das kann Ihnen am besten Sandra Winkler von der Reiselounge Meißen auf der Martinstraße erklären.

Sandra Winkler: Meine Geschäftspartnerin Anett Scheffler und ich haben uns entschlossen, zukünftig neue Wege zu gehen und die Reiselounge Ende des Jahres geordnet aufzugeben. Keinem Kunden und Geschäftspartner wird dadurch ein Verlust entstehen. Anett Scheffler hat eine neue Herausforderung im Regionalmanagement der Lommatzscher Pflege gefunden und wird dort im Bereich Naherholung in unserer Region arbeiten. Es waren sehr schöne und erfolgreiche zwölf Jahre in der Reiselounge. Wir sind dankbar, dass unsere Mitarbeiter in neuen Jobs untergekommen sind. Ich selbst werde in das Reisebüro von Meissen Tourist wechseln.

Wofür werden Sie hier zuständig sein?

Sandra Winkler: Mit Lutz Thieme habe ich abgesprochen, mich weiter meinem Schwerpunkt der Organisation von individuellen und etwas ausgefalleneren Reisen widmen zu können. Meine Kunden in Meißen und Umgebung werden mich als Ansprechpartnerin behalten und vom gewohnten Service vollumfänglich profitieren. Auf diese Weise können wir dem Portfolio von Meissen Tourist einige neue Facetten hinzufügen. Darauf freue ich mich sehr.

Lutz Thieme: Dem Gesagten kann ich nur zustimmen. Es ist schön, Sandra Winkler ab dem neuen Jahr mit an Bord zu haben. Sie bringt sehr viel Erfahrung mit, und wir erweitern unsere Angebotspalette über die Gruppen- und Pauschalreisen hinaus, für die Meissen Tourist in erster Linie steht. Gerade in den vergangenen Corona-Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig es für die Kunden ist, einen persönlichen Ansprechpartner im Reisebüro zu haben und nicht nur über Internet-Formulare mit dem Veranstalter zu kommunizieren.

Sie nutzen die Krise also um zu wachsen?

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Es ist durch Corona-Auflagen und deren Folgen eine gewissen Bewegung in die Branche gekommen. Nicht alle haben die vergangenen Monate gut überstanden. Unsere langjährigen Geschäftsfreunde von Hellas Reisen, einem Spezialisten für Griechenland- und Zypernreisen in Dresden, mussten leider Insolvenz anmelden. Wir haben jetzt mit dem Insolvenzverwalter ausgehandelt, den Kern der Produkte von Hellas Reisen zu übernehmen und weiter unter dem Namen Hellas Reisen - dann eine Marke der Meissen Tourist GmbH - den Kunden anbieten zu können. So erhalten diese die Möglichkeit, weiter auf die interessanten Länderprodukte von Hellas Reisen zurückgreifen zu können. Wir sind bereits dabei, die Homepage zu überarbeiten und die Integration in Meissen Tourist auf den Weg zu bringen.

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