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Frühling unterm Pulverschnee

In der Gärtnerei von Alexander Bernhardt hat die Tulpen-Saison begonnen.

Gärtnermeister Alexander Bernhardt freut sich über die Tulpenpracht in seinen Gewächshäusern.
Gärtnermeister Alexander Bernhardt freut sich über die Tulpenpracht in seinen Gewächshäusern. © Gärtnerei Bernhardt

Meißen. Der Schnee auf den gläsernen Dächern kann daran nichts ändern: Hier hat der Frühling begonnen. Hier in den Gewächshäusern der Gärtnerei Bernhardt gibt es reichlich Tulpenknospen. „Auch in diesem Jahr bringen wir wieder über 12.000 Zwiebeln in über 20 verschiedenen Sorten zum Blühen“, sagt Alexander Bernhardt. Der 39-jährige Gärtnermeister, der den Betrieb an der Dresdner Straße in dritter Generation führt, freut sich auf die nun wieder beginnende Saison.

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Die Tulpenzwiebeln beziehen Bernhardts aus Holland. Die niederländische Region gilt nach wie vor als weltweit größtes Anbaugebiet dieser Blumen. Seit Mitte der 80er gehören Tulpen zum Angebot der Gärtnerei in den ersten Wochen eines jeden Jahres. Damit die Frühlingsboten nun – auch um der zu erwartenden Nachfrage zum Valentinstag am 14. Februar gerecht werden zu können – in verschiedenen Farben erblühen, reifen die Pflanzen seit Oktober in Kühlzellen bei sechs Grad Celsius heran. Anfang Januar kamen sie in die Gewächshäuser, wo sie nun bei Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad Celsius gedeihen. Die richtige Temperatur im Gewächshaus entscheidet mit darüber, wie lange sich die Blumen dann in der Vase halten, weiß Alexander Bernhardt.

In den mit Öl und Flüssiggas beheizten Gewächshäusern wachsen neben den Tulpen auch etwa 20.000 Stiefmütterchen, 5.000 Primeln in verschiedenen Farben und Blütengrößen heran. Ihnen reichen Temperaturen um die drei Grad Celsius aus, um sich gut zu entwickeln. Bei dem heftigen Wintereinbruch kam die Gärtnerei in den vergangenen Tagen glimpflich davon: Der Pulverschnee lastet nicht allzu schwer auf den Glasdächern der Gewächshäuser.

„Schon seit Ende Januar werden jeden Morgen weit über 200 Tulpen und Narzissen geerntet und in farbenfrohen Sträußen verkauft“, berichtet Alexander Bernhardt. In der nächsten Woche beginnen er und seine Mitarbeiter mit dem Umtopfen der ersten Pelargonien – und bereiten sich auf die Sommersaison vor. Dazu gehört auch die Pflege der Begonien, damit sie im Sommer in kräftiger Farbenpracht erblühen können

Aufträge weggebrochen

Auch wenn Gärtnereien und Floristik-Betriebe nach den aktuellen Corona-Schutzvorschriften in Sachsen öffnen dürfen, ist die Krise auch in seinem Unternehmen zu spüren, sagt Alexander Bernhardt. Als regionaler Anbieter arbeitet die Firma „Gärtnerei & Blumenhaus Bernhardt“ mit Gaststätten zusammen und liefert Blumenschmuck für verschiedene Feierlichkeiten.

Die abgesagte Ballnacht im Burgkeller oder Familienfeierlichkeiten und Hochzeiten, die wegen der Pandemie nicht stattfinden konnten, haben Aufträge wegbrechen lassen. Alexander Bernhardt beziffert die dadurch entstandenen Umsatzverluste auf 35 bis 40 Prozent.

Aber darüber will der Gärtnermeister nicht klagen. Er freut sich über die Nachfrage nach Blumen in seinem Geschäft und für den Fleurop-Lieferdienst. Aus Gesprächen im Laden weiß er, dass manch Blumenstrauß mitgenommen wurde, weil die Käufer sich etwas gönnen und sich an der bunten Blütenpracht erfreuen wollten.

Kontakt: www.gartenbau-bernhardt.de

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