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Neuer Chef für die Elblandkliniken

Rainer Zugehör hat die Aufgabe in einer herausfordernden Zeit übernommen. Er bringt einen großen Vorteil mit.

"Ich weiß, wo die vielen Stärken des Unternehmens liegen und sich Schwächen versteckt halten." Das sagt der Elblandkliniken-Vorstand Rainer Zugehör am Montag bei einer Vorstellungsrunde.
"Ich weiß, wo die vielen Stärken des Unternehmens liegen und sich Schwächen versteckt halten." Das sagt der Elblandkliniken-Vorstand Rainer Zugehör am Montag bei einer Vorstellungsrunde. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der neue auf dem Chefposten in Meißen ist eigentlich ein alter Hase. Seit zehn Jahren gehört Rainer Zugehör zum Management der Elblandkliniken Stiftung. "Ich weiß, wo die vielen Stärken des Unternehmens liegen und sich Schwächen versteckt halten." Das sagte der 41-Jährige am Montagnachmittag bei einer Vorstellungsrunde in Meißen. Landrat Ralf Hänsel (parteilos) lobte die Kompetenz und Erfahrung des studierten Wirtschaftswissenschaftlers. Gleichzeitig pflege dieser einen guten Draht zu allen Berufsgruppen der Kliniken. Zugehör solle den Gesundheitskonzern mindestens bis Ende 2021 führen. Über alle weiteren Schritten werde beraten.

Nötig wurde die Neubesetzung aufgrund des Wechsels von Zugehörs Vorgänger Frank Ohi in die Führungsetage der Dresdner Universitätsklinik. Die Stelle des kaufmännischen Vorstandes der Uniklinik Dresden war dort seit April 2020 vakant und nur kommissarisch besetzt. Medizinischer Vorstand und Chef des Uniklinikums ist Prof. Michael Albrecht.

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Das Universitätsklinikum umfasst 26 Kliniken und Polikliniken, vier Institute und 14 interdisziplinäre Zentren mit insgesamt 1.410 Betten und rund 5.300 Mitarbeitern in Vollzeit, davon 1.005 Ärzte und knapp 2.000 Pflegekräfte. Es ist das einzige Krankenhaus in Sachsen mit Supra-Maximalversorgung.

Angespannte Lage auf Intensivstation

Über den Schwerpunkt der nächsten Monate muss der neue Mann an der Spitze des Klinikverbundes nicht lange nachdenken. Es wird darum gehen, eines der größten kommunalen Krankenhäuser Sachsens medizinisch und wirtschaftlich sicher durch die Krisensituation der Pandemie zu steuern. Mit Stand vom Montag waren 71 Einwohner des Landkreises Meißen mit positiven Corona-Tests als stationär aufgenommen erfasst. Neun von ihnen werden aktuell auf der Intensivstation behandelt.

Der Vorteil der Elblandkliniken sei es gewesen, sehr schnell auf die Pandemie und die steigende Zahl von Corona-Patienten mit verschieden schweren Krankheitsverläufen reagiert zu haben. Meißen zum Pandemie-Schwerpunkthaus zu machen, habe sich als richtige Entscheidung erwiesen, so Zugehör. So konnten konzentriert die entsprechenden baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Das eigene Labor der Kliniken sei in dieser Situation Gold wert gewesen. Nach der Pandemie werde es darauf ankommen, so schnell wie möglich wieder zum Leistungsstand vor Corona zurückzukehren. Landrat Hänsel betonte in diesem Zusammenhang, dass, trotz der besonderen Situation, alle Patienten mit ihren vielfältigen Krankheiten in allen drei Häusern der Elblandkliniken gut aufgehoben waren und dies auch in Zukunft so bleiben werde. Daran gebe es keine Abstriche.

Aufbauen auf solider Basis

Erschwerend für den Betrieb bleibt über Monate, wenn nicht Jahre, die sich fortsetzende Bautätigkeit während des täglichen Geschäfts vor allem in Riesa, aber auch in Radebeul. Das ist dem jüngst vom Landratsamt veröffentlichten aktuellen Wirtschaftsbericht zu entnehmen. Die Doppelbelastung fordere vor allem die Mitarbeiter. Einbußen beim Leistungsangebot sollten weitgehend vermieden werden. Dies lasse sich jedoch nicht immer realisieren. Schon jetzt ist offenbar absehbar, dass zusätzliche Baumaßnahmen und damit Kosten hinzukommen, welche sich durch bislang unbekannte Altlasten ergeben. Auf der anderen Seite wird mit weiteren Fördermitteln in Höhe von rund fünf Millionen Euro gerechnet.

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Trotz dieser Schwierigkeiten steht das Unternehmen auf solidem Grund und schreibt mit seinen rund 3.000 Mitarbeitern und etwa 1.000 Patienten-Betten seit vielen Jahren schwarze Zahlen. Frank Ohi war es in den acht Jahren an der Spitze des Landkreis-Unternehmens gelungen, die Klinik-Gruppe sehr profitabel aufzustellen sowie frühere Streitpunkte wie tarifliche Fragen zu befrieden. Zur Gruppe gehören neben der Elblandkliniken-Stiftung mit den drei Krankenhäusern unter anderem eine Wirtschaftsgesellschaft, eine Service- und Logistik-GmbH, eine Polikliniken-GmbH und eine Reha- und Präventions-GmbH.

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