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Stadt will Freibad neu planen

Im Entwurf des Meißner Haushaltes für das nächste Jahr ist dafür eine erhebliche Summe vorgesehen.

Dieses Archivbild entstand im Jahr 2002 – kurz vor der Schließung des Freibades in Bohnitzsch.
Dieses Archivbild entstand im Jahr 2002 – kurz vor der Schließung des Freibades in Bohnitzsch. © Claudia Hübschmann

Meißen. Am nächsten Mittwoch, 4. November, wird der Entwurf für den Meißner Haushalt des Jahres 2021 öffentlich. In der Stadtratssitzung wird das mehrere Hundert Seiten umfassende Werk vorgestellt. Es listet detailliert auf, welches Geld die Stadt über Steuern und Abgaben einnimmt, mit welchen Zuschüssen vom Bund und von Land sie rechnen kann und wofür sie im kommenden Jahr Geld ausgeben wird.

Bei den Ausgaben ist auch vorgesehen, 150.000 Euro für das Freibad im Stadtteil Bohnitzsch zur Verfügung zu stellen. Diese hohe Summe wurde auf Antrag der Großfraktion, die sich aus den Stadträten von CDU, FDP, Freien Bürgern und U.L.M. bildet, in den Haushalt eingestellt, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) bestätigt. Damit sollen vor allem Planungen auf den Weg gebracht werden, wie er erklärt.

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Dabei soll das Areal hinter dem Freizeitbad Wellenspiel insgesamt in den Blick genommen werden. Das Außengelände, das bis zu den früheren Becken des 2002 geschlossenen Freibades reicht, soll noch einmal untersucht werden. Ausgehend vom Caravan-Stellplatz soll eine Planung für ein Freibad erarbeitet werden, die sich auch umsetzen lässt. Damit meint der OB eine Planung, auf deren Grundlage auch gebaut werden kann. Denn die Stadt kann ein solches Vorhaben nur stemmen, wenn sie einen großen Teil der Kosten über Fördermittel finanziert bekommt.

Traum vieler Meißner

Die bisher auf dem Tisch liegenden Entwürfe von Landschaftsarchitekten zur Neugestaltung des Freibadgeländes erfüllen genau diese Voraussetzungen nämlich nicht. Auch deshalb soll im nächsten Jahr ein neuer Anlauf genommen werden, um den Traum vieler Meißner verwirklichen zu können. Das entspricht auch dem Leitbild, das die Stadträte beschlossen. In zehn Punkten sind darin Ziele niedergeschrieben, die bis zum Jahr 2030 erreicht sein sollen. Die Wiederbelebung des Freibades in Bohnitzsch gehört dazu.

Zunächst geht es darum, Förderinstrumente für dieses Vorhaben zu finden. Anders als in vergangenen Jahren eröffnen sich heute im Bereich touristischer Entwicklungspotenziale neue Möglichkeiten für die Stadt, um Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Eine Möglichkeit zur Förderung könnte sich aus der ganzjährigen Nutzung ergeben – deshalb die gemeinsame Betrachtung des Geländes mit dem Caravan-Stellplatz, der zu einem Campingplatz entwickelt werden könnte, und dem Freizeitbad Wellenspiel.

Bisherige Entwürfe nicht förderfähig

Sind diese grundlegenden Fragen geklärt, können konkrete Pläne für ein neues Freibad entwickelt werden. Fachplaner, welche die Stadt im nächsten Jahr beauftragen will, können auf einigen guten Ideen aufbauen, die im vorigen Jahr entwickelt wurden, als die Stadt mehrere Landschaftsplanungsbüros um Entwürfe gebeten hatte. In einer öffentlichen Bewertung hatten die Meißner eine Variante favorisiert, die die Umgestaltung des gesamten Areals in eine Art Feriendorf vorsieht. Der Nachteil dieser wie auch der anderen Entwürfe besteht darin, dass sie für weitere Planungen und Fördermittelanträge ungeeignet sind.

Bedacht werden muss auch, welche Betriebs- und Unterhaltungskosten entstehen. Schon deshalb sei es zweckmäßig, das Freibad gemeinsam mit dem Freibad Wellenspiel zu betrachten – und aus einer Hand zu betreiben, so der Oberbürgermeister.

Bei optimaler Nutzung der Abwärme vom Wellenspiel oder von Erdwärme könnte auch das Beheizen und damit die ganzjährige Nutzung des Freibades möglich sein. So hat es der Freibadverein, der seit vielen Jahren schon Ideen für eine Wiederbelebung und vor allem deren realistische Umsetzung sammelt, in Erfahrung gebracht. 

Um Mindestanforderungen hinsichtlich Ausstattung, Sicherheit und Nutzung zu genügen, kostet der Bau eines Freibades aus heutiger Sicht wohl mehrere Millionen Euro. Realistisch ist die schrittweise Umsetzung – über Bauabschnitte und jährliche Finanztranchen, sagt Stadträtin Simone Teske von der Großfraktion. Sie ist auch Vorsitzende des Freibadvereins. Die für das nächste Jahr geplante Investition in Freibad-Planungen dürfte nicht nur dem Vorhaben einen neuen Schub verleihen, sondern auch für neue Aktivitäten bei Sponsoring und Spenden auslösen, ist sie überzeugt.

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Die Aussicht auf Fördergeld ist für OB Raschke ein Argument, warum Meißen sich in den nächsten Jahren an ein solches Bauvorhaben wagen sollte – auch trotz zu erwartender klammer Kassenlage infolge coronabedingter Ausfälle bei Steuereinnahmen und Zuweisungen, die sich gewiss in den nächsten Jahren auswirken werden. Und: Im Jahr 2028 ist das Freizeitbad Wellenspiel bezahlt – alle Zinsen und Tilgungen der Kredite sind dann bedient. Der Stadt ermöglicht das neue finanzielle Spielräume.  

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