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Wer helfen will, ist hier an der richtigen Stelle

In der Freiwilligenzentrale sorgt Heike Ilc dafür, dass Hilfesuchende und mögliche Helfer zusammenfinden.

Hilfe von Mensch zu Mensch: Heike Ilc ist Koordinatorin in der Freiwilligenzentrale Meißen. Foto: Claudia Hübschmann
Hilfe von Mensch zu Mensch: Heike Ilc ist Koordinatorin in der Freiwilligenzentrale Meißen. Foto: Claudia Hübschmann © Claudia Hübschmann

Meißen. Jemand, der einfach nur mal zuhört. Oder sich etwas Zeit nimmt zum Vorlesen oder für ein Gespräch oder einen gemeinsamen Spaziergang. Aber auch Partner zum Spielen, Hilfe beim Erledigen von Hausaufgaben hat Heike Ilc im Blick.

Sie stellt die dafür notwendigen Kontakte her. An sie können sich diejenigen wenden, die anderen helfen wollen – und Heike Ilc weiß, wo diese Angebote willkommen sind. In der Freiwilligenzentrale, die der Landkreis unter dem Dach der Diakonie betreibt, kümmert sie sich darum, dass beide Seiten zusammenfinden.

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Es sind ganz unterschiedliche Motive, weshalb sich die Leute bei ihr melden, berichtet Heike Ilc. „Manche suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung im Ruhestand, manche wollen einfach nur helfen.“ Die frühere Kindergärtnerin gehört ebenso dazu wie die pensionierte Bankerin, der Kranführer, die Porzellanmalerin oder Schülerinnen. Wer sich ehrenamtlich engagieren will, ist bei Heike Ilc an der richtigen Stelle.

Im persönlichen Gespräch versucht Heike Ilc zunächst herauszufinden, welche Aufgabe für den Interessenten oder die Interessentin – die meisten sind Frauen – am besten passen würde. In der Mehrzahl stammen die Anfragen und Angebote von Älteren und Jüngeren. Da sie oft nicht über ein Auto verfügen, ist der räumliche Abstand schon ein entscheidendes Kriterium beim Vermitteln des Einsatzes.

Ein Fragenkatalog, den sie sich erarbeitet hat, gibt die Richtung für das Gespräch mit den Interessenten vor. Die Antworten sowie ihr persönlicher Eindruck von den Begegnungen geben oft den Ausschlag. Manche solcher Gespräche enden bereits, wenn die Rede auf  "Bezahlung" kommt. „Das Ehrenamt ist rein ehrenamtlich“, pflegt sie dann zu entgegnen. Lediglich für das Projekt „Hausbesuchsdienst“ sei eine jährlich zu beantragende Förderung durch die Bürgerstiftung in Dresden möglich – 40 Euro für 20 Stunden im Monat.

Anliegen der Freiwilligenzentrale ist es doch, Menschen zueinander zu bringen, um das erledigen zu können, was Beschäftigte in Pflegeheimen, Trainer in Sportvereinen oder fehlende Angehörige eben nicht leisten können – einfach mal in der Nähe sein. Zeit zum Zuhören, Vorlesen, Spazieren gehen, Spielen, manchmal auch für die Sterbebegleitung ist oft nicht vorhanden in den unter chronischem Personalmangel leidenden Pflegeeinrichtungen.

Auch deshalb gehören Senioren- und Pflegeheime im gesamten Kreisgebiet zu den ersten Adressen, an die sich Heike Ilc wendet, um die bei ihr eingehenden Angebote zu vermitteln. Aus Kontakten mit den Heimleitungen weiß sie, was genau wo gewünscht ist. Oft aber ruft sie bei den Heimleitungen an, um eines der an sie herangetragenen Hilfsangebote zu vermitteln. Auf einige Dutzend beziffert sie die erfolgreichen Vermittlungen, die der Freiwilligenzentrale im Jahr gelingen – im gesamten Gebiet des Landkreises Meißen.

Für manche der Aufgaben, in die Heike Ilc ihre Freiwilligen vermittelt, sind Schulungen erforderlich. Darum kümmert sie sich ebenso wie um regelmäßige Zusammenkünfte. Dazu lädt sie auch mal Experten von der Verbraucherzentrale ein oder bereitet selbst einen Vortrag über gesunde Ernährung oder Heilkräuter vor, wie sie berichtet. Bei Kaffee und Keksen dienen solche Zusammenkünfte auch dem Austausch.

Nicht immer bzw. nicht sofort stimmt die Chemie zwischen denjenigen, die über die Freiwilligenzentrale in Kontakt kommen. Dann muss Heike Ilc schlichten. Da ist vor allem Fingerspitzengefühl gefragt. Manchmal gelingt es nicht, Unstimmigkeiten auszuräumen – und der Kontakt endet.

Besucher übernahmen Einkäufe

Die Corona-Pandemie hat auch der Freiwilligenzentrale zugesetzt, gibt Heike Ilc zu. Der Lockdown im März hatte die Kontakte in den Senioren- und Pflegeheimen des Kreises jäh unterbrochen. Noch nicht in allen Einrichtungen erlauben die Heimleitungen den Besuch der freiwilligen Helfer, berichtet sie.

Gemeinsam mit dem Familienamt im Meißner Rathaus und den Pfadfindern hat Heike Ilc Hilfsangebote koordiniert. Sie überzeugte einige ihrer Freiwilligen, bei der Tafel in Meißen zu helfen, damit dort die Hygieneauflagen umgesetzt werden und die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige rasch wieder beginnen konnte.

Während des Lockdowns übernahmen manche ihrer freiwilligen Helfer vom Hausbesuchsdienst ganz spontan Einkäufe, um die oft betagten besuchten Menschen zu schützen. Das könnte in den kommenden Wochen wieder akut werden, befürchtet Heike Ilc. Sie wünscht sich, dass diejenigen, die Hilfe brauchen, sich rechtzeitig melden. Dann kann das Helfen noch besser koordiniert werden – vor allem so, dass niemand überfordert wird. Das ist auch im Interesse der freiwilligen Helfer, sagt Heike Ilc.

Die Koordinatorin der Freiwilligenzentrale Meißen ist telefonisch unter 03521 72825913 und 01514 1492942 erreichbar. Im Internet ist die Freiwilligenzentrale unter dieser Web-Adresse zu finden.

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