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Riesenwels bei Meißen gefangen

Eine Stunde hat es gedauert. Am Ende mussten sogar Zuschauer mithelfen. Denn der Fisch war zu sperrig.

Markus Mönnich (l.) freut sich: Er hat den Riesenwels am Samstag gefangen. Geholfen hat ihm Schwager Christian Bütow.
Markus Mönnich (l.) freut sich: Er hat den Riesenwels am Samstag gefangen. Geholfen hat ihm Schwager Christian Bütow. © privat

Meißen. Seit Jahrzehnten angelt Christian Bütow schon – doch so einen großen Wels hat der 45-Jährige noch nicht gesehen. Am vergangenen Samstag war er mit seinem Schwager an der Elbe bei Meißen. Nichtsahnend standen beide am Elbufer, bis plötzlich die Angel des Schwagers zuckte. "Erst versuchte ich es mit einem Kescher. Das war jedoch keine gute Idee", lacht Christian Bütow. "Der Fisch war einfach zu groß." Er musste seine Angel weglegen, um Markus Mönnich unter die Arme zu greifen.

Der Wels, den beide nach einer Stunde Kampf aus dem Wasser zogen, war riesig. 2,10 Meter und 60 Kilogramm. "Nach meiner Recherche schätze ich sein Alter auf 15 bis 17 Jahre", sagt Christian Bütow am Telefon. Während sein Schwager und er mit dem Wels rangen, versammelte sich ein größeres Publikum am Elbufer. "Das waren wohl um die 40 Leute." Am Ende applaudierten sie sogar, als der Wels anlandete. "Das war eine schöne Überraschung", sagt er stolz. Ein paar wenige halfen sogar, den Riesenwels aus dem Wasser zu ziehen. "Zu zweit war er uns zu glitschig."

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Die Verarbeitung dauerte vier Stunden

Doch die beiden Angler hatten kaum Zeit, ihren Erfolg zu genießen. Beide hatte eine Führung auf dem Schloss Wackerbarth gebucht – gegen 16 Uhr. 14.30 Uhr war der Wels aber erst an Land. "Wir konnten zu Hause nur schnell duschen und in neue Klamotten schlüpfen", sagt Christian Bütow. "Den Fisch haben wir natürlich vorher kühl gelagert." Am Abend gegen 18.30 Uhr hat Christian Bütow den Fisch verarbeitet: Der Wels wurde filetiert, portioniert und eingefroren. 

"Das dauerte etwa vier Stunden", sagt er. Da es langsam dunkel wurde, musste der Meißner sich eine Flutlichtanlage von einem Freund leihen. Am Ende kam ein großer Einkaufswagen an Fischfleisch heraus, sagt Christian Bütow. Ein erstes Stück hat er schon am Wochenende gekostet. Ganz klassisch mit Salz und Pfeffer in der Pfanne. "Das war sehr lecker." In den nächsten Wochen probiere er noch ein paar weitere Rezepte aus, die er im Internet recherchiert hat. "Auf jeden Fall will ich Fischstücke noch räuchern."

In Sachsen sind Welse nicht mehr selten

Nebenbei bemerkt: In Sachsen herrsche Entnahmezwang für den Wels, erklärt Christian Bütow. "Egal, wie groß er ist, er muss entnommen werden. Denn der Fisch ist ein Laichräuber." Das heißt, er reduziert massiv Bestände anderer Arten. Wichtig ist nur, dass der Wels am Ende waidgerecht getötet wird. Also schnell und schmerzlos. Dafür benötigt man jedoch einen Anglerschein. Den besitzen Christian Bütow und Markus Mönnich. 

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In Sachsen sind Welse nicht mehr selten. Man vermutet, dass der Wels wegen steigender Temperaturen immer weiter nach Norden wandert. Deshalb kommen wohl ebenfalls größere Exemplare häufiger vor, genauso wie die Berichte darüber. Erst im Juni zog ein Strehlaer Senior einen knapp zwei Meter großen Fisch an Land. Ein Geringswalder musste sich außerdem vor Gericht verantworten, da er einen 2,14-Meter-Wels für ein Foto bis zum Sonnenaufgang am Haken ließ. Den Weltrekord hält ein Franzose, der vor drei Jahren einen 2,74 Meter großen Wels aus dem Wasser zog.

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