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Sanierung mit Überraschungen

Mit Engagement wurde das Vereinsheim der Ziegenhainer Kegelsportfreunde saniert. Hürden und Probleme gab es dabei jedoch einige.

Harry Felber, Vereinsvorsitzender des Kegelsportvereines in Ziegenhain, ist glücklich: Die energetische Sanierung des Vereinsheimes ist fast abgeschlossen.
Harry Felber, Vereinsvorsitzender des Kegelsportvereines in Ziegenhain, ist glücklich: Die energetische Sanierung des Vereinsheimes ist fast abgeschlossen. © Claudia Hübschmann

Nossen. Schmuck sieht es aus, das sanierte Vereinsheim des SV Ziegenhain in der Kirchstraße 16. Die leuchtend grüne Farbe lädt zum Eintreten ein. Nichts mehr zu sehen vom einstigen Grau der Fassade, des 1970 gebauten Hauses im Barackenstil, wo Kegelfreunde sich regelmäßig noch heute treffen. Nach vielen Jahren ist es dem Verein gelungen, das Gebäude dank Fördergeldern aus einem LEADER-Projekt mithilfe der Stadt energetisch zu modernisieren.

Das Vereinsheim gehört der Stadt Nossen, Bauherr ist der Verein als Mieter. 2018 stellte der Verein auf Grundlage, der vom Architekturbüro Scholz berechneten Gesamtkosten in Höhe von knapp 98.000 Euro, den Fördermittelantrag. „Frau Schietzel von der Stadt hat uns bei dem Antrag sehr geholfen. Sie ist für die Fördermittel zuständig“, sagt Vereinsvorsitzender Harry Felber voller Dankbarkeit. Als Ehrenamtler sei dies nicht zu stemmen. Ein maximaler Zuschuss wurde bewilligt, knapp 14.000 Euro Eigenleistung mussten trotzdem aufgebracht werden. Diese haben die Mitglieder in Form von unzähligen Arbeitsstunden gebracht.

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Doch während der Baumaßnahme stellte sich heraus, dass der Planer verschiedene nötige Leistungen nicht berücksichtigt hatte, auch wurde der Blitzschutz falsch berechnet. Zudem stellten sich weitere nötige Baumaßnahmen am Dach und an der Außenmauerwand heraus. Und der Vorbau war nicht frostfrei gegründet. Daraufhin hatte die Stadt im August vorigen Jahres entschieden, den Bau trotzdem fortzuführen.

Planungsfehler und Hausschwamm erschwerten Sanierung

Aktuell belaufen sich laut Bürgermeister Christian Bartusch (SPD) die Mehrkosten geschätzt auf 15.000 Euro. In der Dezember-Sitzung vorigen Jahres berieten die Stadträte über die Finanzierungsmöglichkeiten. Dabei standen zur Diskussion unter anderem die Gewährung eines Zuschusses, eines weiteren Darlehens oder die Eigenfinanzierung durch den Verein. Steffen Post (CDU) merkte dabei an, eventuelle Fehler des Architekturbüros Scholz zu klären. Inwieweit eine Regressforderung möglich ist, ist allerdings noch unklar. Auf Nachfrage bezüglich eventueller Planungsfehler antwortete Bartusch, dass er zum aktuellen Zeitpunkt keine Stellung beziehen möchte.

Im Januar beschloss der Stadtrat die Gewährung eines Darlehens. „Der jetzige Beschluss dient der Liquiditätsbereitstellung, um die Maßnahme abschließen zu können. Über die endgültige Form der Finanzierung muss der Stadtrat nach Abrechnung der Maßnahme befinden“, teilt Bartusch auf Anfrage mit.

Eine weitere Hiobsbotschaft war der Befall der Kegelanlaufbahn mit Hausschwamm, die Kosten für die Beseitigung beliefen sich auf reichlich 20.000 Euro. Der Verein hat sich auch dabei mit Eigenleistungen in Höhe von reichlich 4.000 Euro beteiligt. Doch nun ist alles schick, „wir haben nur noch ein paar Restarbeiten im Außenbereich zu erledigen“, sagt Felber. „Insgesamt haben wir rund 300 Arbeitsstunden erbracht.“

Kegelsportverein sucht Nachwuchs

Nun hoffen die 50 aktiven Mitglieder, darunter neun Frauen, bald wieder auf den zwei Kegelbahnen die Kugeln rollen lassen zu dürfen, sobald die coronabedingten Einschränkungen wieder gelockert werden. Neben reinem Volkssportkegeln nehmen auch zwei Mannschaften am Spielbetrieb der Kreisliga teil. Und schließlich will der Verein in diesem Sommer seine runde Geburtstagsfeier aus 2020 noch nachholen.

Glücklich ist der Vorstand, dass alle Mitglieder bei der Stange geblieben sind, „alle haben ihren Beitrag bezahlt, obwohl so wenig gespielt werden konnte“, sagt Kassenwart Frank Friedel. Mehr noch: „Alle haben schon den vollen Jahresbeitrag gleich am Anfang dieses Jahres bezahlt, damit wir die beiden Kegelaufstandsflächen reparieren können, die gerissen sind.“

Jetzt hofft der Verein noch auf Vereinszugänge, vor allem auf jüngere Interessenten. Denn das Durchschnittsalter liege bei 50 Jahren. „Wie andere Vereine haben wir es schwer, Nachwuchs zu finden“, sagt Friedel. Und das, obwohl der Verein ganz nah an Jugendlichen ist, da er sich gleich neben dem Jugendclub Ziegenhain befindet. „Die jungen Leute, die im Ort bleiben, sind meist in der Landwirtschaft tätig und haben gerade im Sommer dann keine Zeit.“

Wer Lust hat, in den Kegelverein einmal hineinzuschnuppern, der kann von Montag bis Donnerstag von 18 bis 20 Uhr einfach vorbeikommen: „Wir freuen uns über jeden“, sagt Felber. Natürlich erst, wenn Corona das wieder zulässt.

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