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Weinbergsmauern immer teurer

Um wichtige Reparaturen zu finanzieren, muss das Rathaus Meißen nachbessern.

Leider ein Anblick, den man immer häufiger sieht: Eingestürzte Weinbergsmauer in Meißen.
Leider ein Anblick, den man immer häufiger sieht: Eingestürzte Weinbergsmauer in Meißen. © Foto: Claudia Hübschmann

Meißen. Aller guten Dinge sind drei, heißt eine Redewendung. Im Fall bröckelnder Weinbergsmauern in Meißen trifft dies allerdings nicht zu. Zweimal musste die Stadt bereits Ausschreibungen aufheben, mit denen ein Baubetrieb gesucht wurde, welcher Stützmauern in Sörnewitz und Oberspaar sanieren sollte. Erneut kam allerdings ein Ergebnis heraus, welches deutlich über den veranschlagten Kosten liegt.

Die Stadt will sich aus diesen Gründen jetzt zum Nachbessern entschließen und eine höhere Summe in die Hand nehmen. Das geht aus einer Vorlage zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses am 25. November hervor. Darin wird eine sogenannte überplanmäßige Ausgabe in Höhe von rund 68.000 Euro vorgeschlagen. Mit ihrer Hilfe könnte die Stadt eine Summe von knapp 286.000 Euro abdecken.

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Nach Angaben des Rathauses wird das Vorhaben zu 80 Prozent mit staatlichen Mitteln gefördert. Man wolle beantragen, diesen Zuschuss zu erhöhen. Zudem will Meißen erreichen, dass die Frist für den Einsatz der finanziellen Hilfen verlängert wird.

Bündel an Maßnahmen nötig

Die riesigen Flächen an Weinbergsmauern im Elbtal entwickeln sich immer mehr zu großen Sorgenkindern der Kommunen und Winzer. Erst vor wenigen Wochen spülten Starkregenfälle große Mengen an Sand und Geröll aus höheren Bereichen in Radebeuler Tallagen. Weinbergsmauern wurden gesprengt. Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) forderte daraufhin, historische Entwässerungssysteme wieder herzustellen.

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Einen anderen Vorschlag machte die frühere sächsische Weinkönigin Lisa Leinemann. Sie sprach sich bereits im Frühjahr 2019 dafür aus, dass in den kommunalen Haushalten ein fester Betrag vorgesehen wird, damit auch die Weinbergsmauern, die zumeist Trockenmauern und zum Teil über 100 Jahre alt sind, jährlich gepflegt und repariert werden können.

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