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Mit 200 nach Dresden, Leipzig und Berlin

Die Bahnstrecke Dresden-Leipzig soll durch den Bau des Kockelsbergtunnels begradigt werden. Ob und wann gebaut wird, ist aber noch offen.

Damit Züge mit 200 Kilometern pro Stunde fahren können, soll die Strecke bei Niederau ausgebaut werden.
Damit Züge mit 200 Kilometern pro Stunde fahren können, soll die Strecke bei Niederau ausgebaut werden. © Bombardier

Leipzig/Niederau. Die Deutsche Bahn (DB) treibt die Planungen auf der Ausbaustrecke Leipzig–Dresden weiter voran. Im Projektabschnitt Kottewitz–Weinböhla steht mit dem Abschluss der Vorplanung die Entscheidung an, die Strecke mit einem Tunnel durch den Kockelsberg zu begradigen. Derzeit konzentrieren sich die Planungen auf diese Ausbauvariante, heißt es aus dem Unternehmen.

Die verfolgte Streckenbegradigung würde damit die Reisezeiten gleich auf zwei wichtigen Fernverkehrsverbindungen verkürzen. Denn auch die Eisenbahnstrecke Berlin–Dresden kann dann mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde befahren werden. Auch der europäische Schienengüterverkehr würde durch den Ausbau des Abschnittes profitieren. Die Streckenbegradigung lässt schwerere Güterzüge zu, führt zu Energieeinsparungen und setzt internationale Standards der Streckenausrüstung um, so die Deutsche Bahn.

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Fahrstrecke wird einen Kilometer kürzer

Der 6,7 Kilometer lange Streckenabschnitt führt in einem Bogen um den Kockelsberg auf dem Gebiet der Gemeinde Niederau herum. Die davor und dahinter liegenden Streckenabschnitte können mit 200 Kilometern pro Stunde befahren werden. Ohne Begradigung könnte zwar mit einer umfangreichen Erneuerung auf der Bestandsstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Die Effekte daraus würden aber durch ungünstige Brems- und Beschleunigungswege fast aufgehoben werden, so das Unternehmen. Die Streckenbegradigung durch den rund zwei Kilometer langen Tunnel aus je einer Tunnelröhre je Fahrtrichtung und dem anschließenden Neubaugleis könne die Fahrstrecke zwischen Weinböhla und Kottewitz um mehr als einen Kilometer verkürzen. 

So schnell wie vor dem Krieg

Die DB bindet die Öffentlichkeit frühzeitig ein und informierte am 4. November Mandatsträger aus den Anliegerkommunen, dem Landkreis Meißen sowie von Landes- und Bundesebene in einem Auftaktgespräch über den aktuellen Planungsstand.

Ein virtueller Bürgerdialog wird Anfang des nächsten Jahres folgen. Die Vorplanung der Streckenbegradigung läuft unter der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Interessenvertreter bis etwa Ende 2021. 2022 folgen dann die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

Der Ausbau der Strecke Leipzig–Dresden ist als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 9 Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes von 1992. Ziel sei es, zusätzliche Kapazitäten für Personen- und Güterzüge zu schaffen und kürzere Fahrzeiten zu ermöglichen. Dafür werde die vorhandene Strecke seit 1993 abschnittsweise ausgebaut und mit Elektronischer Stellwerkstechnik ausgerüstet. Durch die Geschwindigkeitserhöhung auf bis zu 200 km/h könne die Fahrzeit von 91 Minuten - vor Baubeginn - auf deutlich unter eine Stunde nach Fertigstellung verkürzt werden. 

Was die Bahn als Erfolgsmeldung verkauft, ist aber ein trauriges Kapitel. Denn eigentlich sollte der  1995 beschlossene Ausbau der Strecke Dresden-Berlin  2008 beendet sein. Seit mehr als 20 Jahren wird nun geplant. Die ab Dezember streckenweise möglichen 200 km/h bringen fünf Minuten Zeitgewinn auf 102 Minuten von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof.  Damit wird fast der Stand von vor dem Zweiten Weltkrieg erreicht. (SZ/jm, mr)

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