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Meisterinterpreten feiern

Die Dippoldiswalder Konzertreihe hat zusammen mit der Stadt Jubiläum. Ein Denkmal ist schon gesetzt.

© PR

Von Franz Herz

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Dippoldiswalde. Die Meisterinterpreten-Reihe strahlt nicht nur musikalisch weit über Dippoldiswalde hinaus aus. Sie und ihr Gründer haben sogar schon ein literarisches Denkmal erhalten. Uwe Tellkamp schildert in seinem Roman „Der Turm“ Eindrücke aus dem Dippoldiswalder Kulturleben in den 1980er-Jahren. Er berichtet von den „,Kultursälen‘, einer ehemaligen Bowlinghalle, in der Musiklehrer Uhl unnachgiebig versuchte, den Waldbrunner Bürgern die Ernsten Künste nahezubringen.“ Der Musiklehrer Uhl steht für Wolfgang Mende, der 1978 die Reihe „Meisterinterpreten im Gespräch“ ins Leben rief, und Waldbrunn ist unverkennbar Dippoldiswalde mit seinen Parksälen. Tellkamp beschreibt den Musiklehrer: „Er sah wie ein der Oper entstiegener Fliegender Holländer aus mit seinem lackschwarzen Haar, den Sichelbrauen, dem Wagnerbart.“ Tellkamp berichtet weiter, dass die Konzerte bis nach Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, und ins Erzgebirge ausstrahlten. Die einheimischen Zuhörer waren oft in der Minderzahl.

Helmut Branny.
Helmut Branny. © Ronald Bonss.
Thomas Seifert.
Thomas Seifert. © Archiv: Egbert Kamprath

Diese Reihe hat es geschafft, die Umbruchzeit nach 1989 zu überstehen, ebenso den altersbedingten Rückzug ihres Gründers und langjährigen Leiters. So steht sie dieses Jahr im Zeichen von zwei Jubiläen: 40 Jahre Meisterinterpreten und 800 Jahre Dippoldiswalde. Helmut Branny hat die musikalische Leitung vor drei Jahren von Wolfgang Mende übernommen. Branny ist Professor für Kammermusik an der Musikhochschule in Dresden und Leiter der Dresdner Kapellsolisten. Der Kontrabassist, der in Wilsdruff wohnt, ist persönlich und mit seinem Ensemble der Meisterinterpreten-Reihe schon viele Jahre verbunden.

Organisatorisch ist die Konzertreihe beim Kulturzentrum Parksäle angesiedelt. Der Musikverein Dippoldiswalde unterstützte die Reihe unter anderem durch die Beschaffung von wertvollen Instrumenten. So verfügt er über einen Steinway-Flügel, ein Cembalo und eine Orgel, die den Künstlern im Kulturzentrum zur Verfügung stehen. Der Verein steckt derzeit auch in einem Generationswechsel. In ihrer letzten Versammlung im alten Jahr haben die Mitglieder Helmut Branny zum neuen Vorsitzenden gewählt und Thomas Seifert zu seinem Stellvertreter, wie dieser informierte. Branny folgt auch in dieser Funktion Wolfgang Mende nach. Seifert war bis zum Ruhestand technischer Leiter der Parksäle.

Unter den neuen Vorzeichen haben sich die Verantwortlichen für die Meisterinterpreten auch neue Aufgaben vorgenommen. So wollen sie ein jüngeres Publikum gewinnen. „Ich könnte mir vorstellen, dass vor den Konzerten Musikschüler auftreten“, sagt Helmut Branny. Auch die musikalische Ausrichtung soll neue Besucher interessieren. Dieses Jahr hat er am 10. Juni einen Auftritt von Philharmonic Brass Dresden ins Programm genommen. Wenn das Wetter dann mitspielt, könnte das sogar ein Freiluftkonzert werden, stellt sich Angela Meisegeier, die kaufmännische Chefin der Parksäle, vor.

Das Auftaktkonzert am Sonntag mit dem Grundmann-Quartett beginnt um 16 Uhr.