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Meldepflichtige Krankheiten auf dem Vormarsch

Die Grippewelle ist nur ein Auslöser. Experten sind  auch wegen anderer Gefahren besorgt.

Beim Thema Impfen sieht Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch zuerst die Eltern in der Pflicht. © imago/westend61

Dresden. Mehr als 70 Krankheiten sind im Freistaat meldepflichtig. Und die Zahl der in dem Zusammenhang registrierten Erkrankungen nimmt zu. Das geht aus einer von Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) vorgelegten aktuellen Statistik hervor.

Demnach kam es im Vorjahr bereits zu 103.853 Fällen von meldepflichtigen Erkrankungen. Im Jahr 2017 waren es dagegen nur 71.160. Für diese deutliche Zunahme seien vor allem mehrere starke Grippewellen im vergangenen Jahr verantwortlich, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit. Erschwerend hätte sich erwiesen, dass dabei nicht immer sofort die passenden Impfstoffe eingesetzt werden konnten.

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Aber auch generell sind meldepflichtige Krankheiten in Sachsen auf dem Vormarsch. So wurden beispielsweise im Jahr 2014 insgesamt nur 51.789 Erkrankungen registriert. In den beiden folgenden Jahren stieg deren Zahl auf 69.317 und 66.448.

Neben den vielen Grippefällen (Influenza) kam es in Sachsen zuletzt vor allem zu Magen-Darm-Infektionen und schweren Durchfallerkrankungen. Zu den häufigsten meldepflichtigen Erkrankungen zählen darüber hinaus Scharlach, Windpocken sowie Entzündungen des Nervensystems und Gürtelrose. Ministerin Klepsch verweist erneut darauf, das regelmäßige und rechtzeitige Impfungen zumindest vor einem Teil dieser Krankheiten einen guten Schutz bieten. „Ich finde die zunehmende Impfskepsis besorgniserregend. Infektionskrankheiten wie Masern sind nicht harmlos, sondern können zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Das scheinen viele vergessen zu haben.“ Gerade die wieder aufgetretenen Masernfälle würden zeigen, dass man jetzt verstärkt über Schutzimpfungen aufklären müsse.

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Tatsächlich bereitet den Experten auch der Anstieg von meldepflichtigen Krankheiten mit einer vergleichsweise geringen Fallzahl Sorgen. Dazu gehören neben den Masern auch Hirnhautentzündungen sowie die durch Zecken übertragene Viruserkrankung FSME. Nicht zuletzt würden Urlauber oft die Gefahr unterschätzen, sich während einer Reise mit Tuberkulose anzustecken. Dazu komme das Einhalten von Hygienevorschriften, wodurch der Erkrankungen vermieden werden können.

Sachsens Gesundheitsministerin sieht bei dem Thema zudem die Eltern in der Pflicht. „Oftmals werden bei Kindern die Auffrischimpfungen vergessen. Hier appelliere ich an die Eltern, den Impfstatus ihrer Kinder im Blick zu behalten.“ Klepsch geht aber auch bei den Erwachsenen von teilweise erheblichen Impflücken aus. „Mein Ziel ist es deshalb, die Durchimpfungsraten zu erhöhen. Jeder sollte sich und damit auch seine Mitmenschen schützen.“