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Messerstecher droht Unterbringung

Ein psychisch kranker Mann soll seine Stiefmutter erstochen haben. Sein Prozess hat nun am Landgericht Dresden begonnen.

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Von Alexander Schneider

Vor seinem Prozess soll sich Dirk L. nicht zu den schweren Vorwürfen geäußert haben. Der 47-jährige gelernte Mechaniker wird beschuldigt, am 16. November 2015 seine Stiefmutter Rita L. (54) in Briesnitz getötet zu haben. Am Montag hat sein Verfahren am Landgericht begonnen. Aufgrund seiner seelischen Störung habe der Dresdner in einem Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius. In dem sogenannten Sicherungsverfahren geht es daher nicht um L.s strafrechtliche Schuld, sondern um die Unterbringung des 47-Jährigen in einer psychiatrischen Klinik. Von ihm gehe weiter eine erhebliche Gefahr aus, heißt es in der „Antragsschrift“.

Laut Avenarius habe L. im Wahn „getötet, ohne Mörder zu sein“. Der 48-Jährige habe seiner Stiefmutter, mit der er seit Jahren zerstritten war, gegen 21.30 Uhr mit einem Küchenmesser zahlreiche Stich- und Schnittwunden beigebracht. Die Frau erlag noch vor ihrem Wohnhaus in der Hammerau einem „Blutmangelschock“. Ursächlich dafür war ein 27 Zentimeter langer Schnitt in den Hals, bei dem Adern, Luft- und Speiseröhre durchtrennt worden waren. Aufgrund L.s Krankheit, er soll seit mindestens zehn Jahren paranoid schizophren sein, hat das Schwurgericht die Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren ausgeschlossen. Auch das Urteil – derzeit geplant am 13. September – könnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit fallen.