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Mieten in Pirna steigen moderat

Der neue Mietspiegel erscheint Anfang 2014. Im Schnitt ist Wohnen etwas teurer geworden. Doch es gibt große Unterschiede, je nach Baujahr und Ausstattung.

Von Dirk Schulze

Es ist genügend bezahlbarer Wohnraum in der Stadt vorhanden. Das ist nach Ansicht der Pirnaer Stadtverwaltung die zentrale Botschaft des neuen Mietspiegels, der Anfang 2014 erscheinen soll. Nächste Woche wird der Mietspiegel im Stadtrat vorgestellt, ab Januar soll er zuerst auf der Internetseite der Stadt zu finden sein und später auch als Broschüre erscheinen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Neuvermietungen liegt demnach bei 5,06 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Dresdner Wert aus dem aktuellen Jahr beträgt 5,46 Euro.

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„Das ist ein klarer Standortvorteil gegenüber Dresden“, sagt Baubürgermeister Christian Flörke. In Pirna könnten neue Mieter eine hochwertig sanierte Altbauwohnung zu wesentlich günstigeren Konditionen bekommen als in der Landeshauptstadt. Auch die Preissteigerung fällt in Pirna moderater aus. In Dresden ist der Durchschnittswert in den vergangenen zwei Jahren von 5,22 Euro pro Quadratmeter auf 5,46 Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 4,6 Prozent. Eine exakte Ermittlung des Anstiegs ist für Pirna zwar nicht möglich, da der letzte Mietspiegel aus dem Jahr 2008 nach einem anderen Modell berechnet wurde und keinen vergleichbaren Durchschnittswert enthält. Das Internetportal Immobilienscout 24 jedoch hat für das vergangene Jahr eine Steigerung von zwei Prozent bei Bestandsimmobilien errechnet.

Der Spitzenwert bei Neuvermietungen in Pirna liegt nach den Erhebungen der Stadt bei aktuell 7,15 Euro pro Quadratmeter kalt. Die günstigsten Wohnungen sind dagegen schon für 3,80 Euro zu haben. Beide Extreme treten allerdings nur äußerst selten auf. Die große Mehrheit, in diesem Fall fast zwei Drittel aller Neuvermietungen, bewegt sich bei einer Kaltmiete von 4,50 Euro bis 5,50 Euro. Rund 20 Prozent der Fälle liegen zwischen 5,50 Euro und 5,99 Euro, 15 Prozent der neu Einziehenden zahlen zwischen 4 Euro und 4,49 Euro.

Je nach Wohnungsgröße und Baujahr sind dabei sowohl steigende als auch fallende Preise zu verzeichnen. Am deutlichsten haben sich kleine Altbauwohnungen verteuert. Für eine vor 1918 gebaute Wohnung unter 50 Quadratmetern müssen neue Mieter demnach eine Kaltmiete von 5,53 Euro berappen. Vor fünf Jahren waren das noch knapp 50 Cent weniger, nämlich 5,05 Euro. Fallende Preise sind hingegen bei Neubauten zu verzeichnen, die nach der Wende errichtet wurden. Eine zwischen 50 und 80 Quadratmeter große Wohnung in einem nach 1990 gebauten Haus kostet im Schnitt 4,99 Euro pro Quadratmeter kalt. 2008 waren es noch 5,63 Euro.

Zur Erstellung des Mietspiegels hat sich die Stadtverwaltung mit den großen Wohnungsgesellschaften, privaten Vermietern und dem Mieterverein zusammengesetzt. Knapp 4 000 Datensätze wurden ausgewertet. Das entspricht knapp 30 Prozent der Pirnaer Mietwohnungen. Grundlage der Berechnung waren Neuverträge und Mietänderungen, die zwischen 2009 und 2013 wirksam wurden. Neben den daraus hervorgehenden Zahlen flossen verschiedene Bewertungskriterien in die Berechnung der gewichteten Mittelwerte ein. Merkmale, die den Wohnwert erhöhen, sind beispielsweise ein Balkon, Parkettfußboden, ein barrierearmer Zugang sowie ein geringer Energieverbrauch. Als wertmindernd wurden eine starke Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen oder eine große Entfernung zu Einkaufsmöglichkeiten und Schulen eingestuft.