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Mini-Erdbeben bei Pirna

Am Montag um 20 Uhr hat in der Region Pirna die Erde gebebt - mit einer Magnitude von 1,8 auf der Richter-Skala. Ein für dieses Gebiet ungewöhnliches Ereignis.

© dpa

Pirna. Im sächsischen Pirna hat es am Montagabend ein leichtes Erdbeben gegeben. Im Geophysikalischen Observatorium im sächsischen Collm (Nordsachsen) wurde exakt um 20.02 Uhr eine Magnitude von 2 gemessen. Dreieinhalb Minuten später und nach einer Stunde habe es Nachbeben geringerer Stärke gegeben, sagte der Wissenschaftliche Leiter der Einrichtung, Siegfried Wendt, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Die Kollegen im Observatorium in Berggießhübel (Sächsische Schweiz) registrierten eine Stärke von 1,8. „Das ist ein außergewöhnliches Ereignis für diese Region. So etwas habe ich in meinen 36 Dienstjahren in Collm noch nicht erlebt“, sagte Wendt.

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Das Seismologische Observatorium in Berggießhübel war zunächst nicht sicher, ob eventuell ein Düsenjet beim Durchbrechen der Schallgrenze eine entsprechende Druckwelle ausgelöst haben könnte. Wendt betonte aber: „Das war ein richtiges tektonisches Beben.“ In Sachsen werden sogenannte Mikro- oder Schwarmbeben vor allem im Vogtland registriert.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover werden die deutschen Erdbebengebiete in vier Regionen unterteilt: Niederrheinische Bucht/Mittelrheingebiet, Oberrheingraben/Schwäbische Alb, Voralpenland und Vogtland. Im Schnitt gibt es pro Jahr in Deutschland 60 Erdbeben der Magnitude 2 und größer - in der Regel kommt es nur zu kleinen Schäden. Die schwersten Beben der vergangenen 250 Jahre gab es im Februar 1756 in Düren und im November 1911 in Albstadt bei Tübingen - beide mit Stärke 6,1.

Im internationalen Maßstab nimmt sich das eher bescheiden aus. Am 22. Mai 1960 explodierte die Erde in Valdivia (Chile) geradezu. Das Beben der Stärke 9,5 riss mehr als 1600 Menschen in den Tod. Vier Jahre später folgte Alaska mit Magnitude 9,4 (125 Tote). Das Sumatra-Beben (9,2) mit Tsunami tötete im Dezember 2004 knapp 230.000 Menschen. Für letzte große Beben stehen Japan und der Name Fukushima im Jahr 2011 (9,0). (dpa)