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Mit dem Akkordeon hoch in die Luft

Die Künstlerbühne lockt Gäste regelmäßig auf den Obermarkt. Darüber freut sich auch Ladislav Hunger, einer der Mitwirkenden.

© André Braun

Von Helene Krause

Döbeln. Akkordeonmusik tönt weit über den Obermarkt. Hoch in der Luft spielt auf einer Hubbühne Ladislav Hunger. Der 24-Jährige ist einer von drei Künstlern, die im Rahmen der Veranstaltung des Stadtmagazins „Döbeln jetzt“ am Sonnabend auf den Künstlerbühnen spielen. Die gibt es auf dem Obermarkt und in der Sattelstraße. Hunger kommt aus Russland, aus dem Dorf Ural im Bezirk Tscheljabinsk. Im Jahr 2000 übersiedelte er mit seinen Eltern, seinem Bruder, der Schwester und der Oma nach Deutschland. Ab 2004 besuchte er die Musikschule Fröhlich in Marienberg. Er lernte Akkordeon. 2010 schloss er die Musikschule ab. 2013 zog die Familie nach Osnabrück.

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Dort leben seine Eltern noch heute. Ihn zog es 2015 zurück nach Sachsen. In Döbeln fand er eine neue Heimat. Hier fing er auch wieder zu spielen an. Das hatte er etwas vernachlässigt. Außer dem Musikspielen ist der Bediener von CNC-Maschinen in seiner Freizeit gern mit Freunden unterwegs. Doch nicht nur das Akkordeon hat es ihm angetan. Nebenbei lernt er Gitarrespielen. Auf der Künstlerbühne ist er mit der Dozentin für Akustikgitarre Lisa Schmidt (Gitarre, Popp/Balladen/Gesang) und mit Nicolas Sihombing (Soul, Pop/Akustik, Hip Hop) zu sehen. Zu seinem Repertoire gehören Walzer, Klassikstücke, Modernes und bekannte russische Lieder. „Auf Walzer bin ich spezialisiert“, erklärt er.

Von März bis November spielen junge Künstler jeden vierten Samstag im Monat in Döbeln. Im Herbst soll sie die Veranstaltung auf den zweiten Sonnabend vorverlegt werden. „Es wird sonst zu kalt für die Finger“, begründet Nicolas Sihombing die Terminverlegung. Von 9 bis 11 Uhr sind die Musiker auf dem Obermarkt vor dem alten Amtshaus zu hören, und von 11.30 bis 13 Uhr spielen sie in der Stadthausstraße vor dem Restaurant Ambasiciate Italiana.

Einfallsreich finden Uwe und Barbara Schellenberg aus Döbeln die Idee der Künstlerbühne. „Wir haben sie schon auf der Ritterstraße gesehen“, sagt Uwe Schellenberg. Auch Renate Schöniger vom „Renis Wäsche- und Kurzwarenladen“ findet es gut, dass etwas auf die Beine gebracht wird. „Ob es die Geschäfte belebt, ist die Frage“, meint sie. Schöniger wohnt in Döbeln. Gut findet auch Eva Weber die Veranstaltung. Sie wohnt neben dem alten Amtshaus. Jörg und Irina Nicolai aus Künzelsau in Württemberg finden das Spiel der Künstler gut. Allerdings, so meinen sie, ist es zu wenig besucht. „Es hätte mehr Reklame gemacht werden müssen“, sagt Jörg Nicolai.