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Mit dem Akkuschrauber durch die Natur

Wegewart Uwe Nellen ist in seinem 100-Kilometer-Revier rund um Bad Gottleuba-Berggießhübel täglich unterwegs. Und beim Wandern allein bleibt es nicht.

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Die Wanderwege und -schilder rund um Bad Gottleuba-Berggießhübel sind sein Revier: Wanderwegewart Uwe Nellen.
Die Wanderwege und -schilder rund um Bad Gottleuba-Berggießhübel sind sein Revier: Wanderwegewart Uwe Nellen. © Daniel Schäfer

Sein grau-melierter Bart reicht von Ohr zu Ohr. Ein Statussymbol sei das nicht, sagt Uwe Nellen. Vielmehr ein Zeichen der Freiheit, die er täglich bei jedem Wetter in der Natur findet. Mehrfach in der Woche streift er wachen Auges durch Wald und Flur. Rund 100 Wegekilometer rund um Berggießhübel hat der 63-jährige Ortswegewart unter seinen Fittichen, ist 15 Stunden wöchentlich per Pedes unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen und der Ordnung unter die Arme zu greifen.

Die Felsenbrücken und Zehistaer Wände, die Routen von Zwiesel Richtung Cottaer Spitzberg, die Panoramahöhe, die Eibischsteine zwischen Berggießhübel und Bahra, dazu das Gebiet um den Hochstein – all das gehört zu seinem Revier als Ortswegewart. Vor allem der Jagdstein hat es Uwe Nellen angetan, „weil ich von hier über das Elbtal Richtung Dresden blicken kann“.

Uwe Nellen interessiert sich für vieles, so auch für die Geschichte des heimischen Bergbaus am Bismarkturm und an der einstigen Bahnlinie von Pirna nach Gottleuba, die heute ein Wanderweg ist, der sich auch in seiner Obhut befindet.

Wenn Nellen in Trekkingschuhen unterwegs ist, hat er immer einen Akkuschrauber im Rucksack: „Falls ein Wegweiser zu befestigen ist.“ Immer zur Hand hat er auch seine Lumix-Kamera, um Schilder oder gar Schäden an Wegen, Aussichtspunkten oder Geländern zu dokumentieren. Das sei erforderlich, um den städtischen Bauhof zu informieren. Beate Schneider – in der Stadtverwaltung dafür zuständig – bescheinigt Uwe Nellen „großen Fleiß und reges Interesse am Wegenetz“. Besonders Wegweisern und Schildern schenke Nellen großes Augenmerk. Außerdem lobt sie seine gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof. Als Nächstes soll die Wegeführung zum Augustusberg neu gestaltet werden. Dass in den Zehistaer Wänden schon neue Bänke aufgestellt wurden, freut Nellen.

Für Kreiswegewart Peter Mildner ist die Zusammenarbeit mit Uwe Nellen „problemlos und konstruktiv“. Beide kennen sich seit sechs Jahren auch als aktive Mitglieder des Heidenauer Partnerschaftsvereins, der mit Troisdorf nahe Köln, dem tschechischen Benesov und mit Lwowek Sląski in Polen enge Verbindung hat. „Als Rentner will ich mich nicht aufs Sofa legen, sondern ich will als Ortswegewart und im Verein etwas für die Gesellschaft tun“, erklärt Uwe Nellen das Motiv seines Engagements.

Eine Plaudertasche ist der gelernte Elektromonteur nicht. Zurückhaltend, beinahe schüchtern, beantwortet er Fragen. Seine Worte sind gradlinig und naturverbunden. Leidenschaftlich wird er, wenn er über seine Wanderfahrten nach Südtirol, in den Bayerischen Wald, ins Berchtesgadener Land, ins Kleine Walsertal und in den Kaukasus erzählt. Seit der Kaukasus-Tour trägt er seinen kurzen Krausbart.

Einen Reisewunsch hat Nellen noch: mit seiner Lebensgefährtin Christine auf die Insel Korsika. „Denn dort gibt’s keinen Massentourismus.“ (P. Salzmann)

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