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Mit dem Faschings-Gen im Blut

Sinette Mitschke und Andreas Hartmann sind das Prinzenpaar von Uhyst. Dass sie in Lohsa leben, ist kein Hindernis.

© HY-photo Gernot Menzel

Von Constanze Knappe

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Die Stimme ist ein bisschen angegriffen. Das wird schon, ist sich Sinette Mitschke sicher. Bis Sonnabend will die 30-Jährige wieder fit sein. Denn was wäre das für eine Prinzessin, die kaum einen Mucks sagen kann? Sinette Mitschke und Andreas Hartmann sind das Prinzenpaar von Uhyst. Als Sinette I. und Andreas I. haben sie am 3. Februar beim Karneval im Gasthof „Drei Linden“ ihren großen Auftritt. Dort wird unter dem Motto „Der UCV im alten Rom“ der Höhepunkt der 36. Saison des Uhyster Carnevalsvereins gefeiert. Der Verein hat etwa 40 Mitglieder im Alter von 12 bis 60, die mit Eifer bei der Sache sind.

Von Kindheit an ist Sinette Mitschke ein Faschingsfan. Sie könne sich nicht erinnern, Zampern oder Kinderfasching jemals verpasst zu haben. Das Faschingsgen ist der jungen Frau offenbar in die Wiege gelegt. Ihre Eltern und sogar die Großeltern waren Prinzenpaare. Dass sie das selber einmal sein möchte, davon träumte sie als Kind. Dieser Wunsch erfüllt sich nun. Aber so ganz selbstverständlich ist das nicht. Denn das aktuelle Prinzenpaar des Uhyster Carnevalsvereins wohnt in Lohsa. Dass die beiden dennoch gefragt wurden, hat sehr viel damit zu tun, dass Sinette Mitschke in Uhyst geboren ist, mehr als 15 Jahre in der Showtanzgruppe des Heimatvereins mitgetanzt und bis heute enge Verbindungen in ihr Heimatdorf hat. Außerdem, so sagt Andreas Hartmann, würden seit jeher viele aus Lohsa zum Fasching nach Uhyst fahren.

Er ist zwar nicht direkt mit Karneval groß geworden, ein Faschingsmuffel aber war er nie. Mit Kumpels sei er oft beim Rosenmontagsumzug in Wittichenau gewesen. Seit er Sinette kennt, war er immer mit in Uhyst. „Schon alleine, um sie tanzen zu sehen“, fügt er verschmitzt hinzu. Er schwärmt davon, dass die Mädels-Truppe ein Höhepunkt der Veranstaltungen war.

Kennengelernt haben sie sich beim Lohsaer Sommernachtstraum, einer früheren Party auf der Kartbahn. Seit 13 Jahren sind die zwei ein Paar. Ob sie das ehrenvolle Amt als Prinzenpaar übernehmen würden, danach wurden sie bereits 2016 gefragt. Erst mal lehnten sie ab. Weil Töchterchen Elena Lotta da noch ein Baby war, begründet Sinette. Sie versprachen aber, die Regentschaft später nachzuholen. In dieser Saison lösten sie ihr Versprechen ein. „Man darf vorher keinem erzählen, dass man als Prinzenpaar ausgewählt wurde. Das macht es so spannend“, so die UCV-Prinzessin. Freunde und Bekannte waren überrascht, als das Geheimnis für die 36. Saison gelüftet wurde. Zum Regieren in der fünften Jahreszeit übergab Bürgermeister Achim Junker dem Prinzenpaar den Rathausschlüssel. Ganz abzulehnen, so sagt Sinette Mitschke, das wäre für sie nie und nimmer in Frage gekommen. „Wir sind doch stolz, von den Uhystern als Prinzenpaar ausgewählt zu sein. Ist ein schönes Gefühl, wenn man dazugehört“, fügt Andreas hinzu.

Zum Auftakt der Saison am 11.11. wird vom Prinzenpaar in Uhyst eine Rede erwartet und – die Eröffnung der Kussfreiheit. „Wenn man das erste Mal auf der Bühne steht, da ist man ein bisschen aufgeregt“, sagt Andreas Hartmann. Das sei aber nicht schlimm, findet er jetzt mit etwas Abstand. Es sei aber nicht so einfach, Arbeit, Familie, Kind und Hobby unter einen Hut zu bringen. Beim Zampern am Sonnabend waren sie als Regenten des Uhyster Karnevals dabei und selbstverständlich werden sie auch beim Kinderfasching mit anpacken. Die Abendveranstaltung am 3. Februar ist in diesem Jahr ein bisschen früh. Das alles empfinden die beiden aber nicht als Pflicht. „Man hat nur Spaß und lernt viele tolle Leute kennen“, ist ihre Erfahrung.

Die Frage, was sie als Prinzessin anziehen würde, beschäftigte Sinette Mitschke ein bisschen länger. Dem Anlass angemessen sollte es sein. Aber keine große Robe, dafür sei sie nicht der Typ. Ein Krönchen trägt sie aber. Dieses wie auch der Schmuck für die Prinzessin und der Umhang für den Prinzen stammen vom Verein.

Für andere Hobbys hatten die Wirtschaftsingenieurin und der Meister Metall im Tagebau zuletzt wenig Zeit. Zwei Jahre lang drehte sich fast alles um ihr Haus, in dem sie sich ein Familiennest geschaffen haben. Etwas kurz gekommen ist dabei der Fußball. Andreas Hartmann spielt in der 2. Männermannschaft der SV Lohsa/Weißkollm. Seit Töchterchen Elena Lotta auf der Welt ist, setzen ihre Eltern ohnehin andere Prioritäten. Am Sonnabend passt die Oma auf die Kleine auf. Sonst wird Elena Lotta von einer Tagesmutti betreut. Welche Kita sie im nächsten Jahr besucht, das haben ihre Eltern noch nicht entschieden. Mit Kindereinrichtungen sei die Gemeinde Lohsa ja gut aufgestellt. In Lohsa lässt es sich gut leben, sind Sinette Mitschke und Andreas Hartmann, der dort aufgewachsen ist, überzeugt. Auch dank der tollen Nachbarn. Gemeinsam sitze man am Lagerfeuer, werden Straßenfeste gefeiert. Große Pläne für die Zukunft hat die kleine Familie nicht. Sie seien sowieso von der spontanen Art. So ganz spontan wird es im Sommer aber nicht zugehen. Da heiraten die beiden.

„Zum Fasching sind alle gut gelaunt, man gewinnt Abstand vom Alltag und kann in eine andere Welt eintauchen.“ Eigentlich sei es schade, dass mit der Abendveranstaltung am Sonnabend ihre Regentschaft als Prinzenpaar fast vorbei ist, sagt Andreas Hartmann.

Fasching in Uhyst: 3.2., 19.11 Uhr (Gaststätte „Drei Linden“, Hauptstraße 6). Kinderfasching: 25.2., 15 Uhr.