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Mit der Dampfmaschine gegen Unkraut

Diese Woche testet der Dippoldiswalder Bauhof ein neues Gerät. Damit will er Wildwuchs zu Leibe rücken.

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© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Mit Dampf ist vieles möglich. Er treibt Lokomotiven an, gart Gemüse, reinigt Kleidung, und nun soll er dem städtischen Bauhof in Dippoldiswalde helfen, dem Unkraut beizukommen. Langsam fährt der Kleinlaster die Rabenauer Straße entlang. Auf der Ladefläche ist ein Tank zu sehen mit der Aufschrift Heißwasser. Und wer dem Bauhofmitarbeiter Andreas Schmidt, bei der Arbeit zusieht, glaubt das sofort. Der Mitarbeiter des Bauhofes Dippoldiswalde arbeitet auf der Rabenauer Straße mit dem Heißwassergerät. Er schwenkt langsam seinen Sprüharm über das Unkraut am Straßenrand. Eine Dampffahne zeigt, mit welch hohen Temperaturen er hier arbeitet.

„Das ist ein neues Gerät, das wir diese Woche zum Test hier haben“, sagt Thomas Quinger, der Leiter des städtischen Bauhofs. Damit hofft er, den Pflanzen beikommen zu können, die an vielen Stellen durchwachsen, wo sie auch einmal nicht willkommen sind. So fuhr das Testgerät am Montag dieser Woche über einen Teil des Marktplatzes, wo aus den Fugen zwischen den Pflastersteinen immer wieder mal Moos und andere Pflanzen hervorlugen, und an der Rabenauer Straße entlang. Es ging darum, den Einsatz unter möglichst vielen verschiedenen und realistischen Bedingungen im Stadtgebiet zu testen.

Es geht ja nicht allein darum, die Pflanzen mit einem Dampfstrahl abzutöten. „Wir wollen ja auch ausprobieren, wie wir danach mit den abgestorbenen Pflanzen klarkommen und wie das auf den verschiedenen Straßenbelägen funktioniert“, sagt Quinger.

Eiweißmoleküle sterben ab

Wenn die Unkrautbekämpfung mit Heißwasser hält, was ihre Verkäufer versprechen, könnte sie die herkömmlichen Techniken ersetzen. Das ist zum einen der Einsatz von chemischen Mitteln, die ja auch für die Umwelt nicht unbedenklich sind und gutes Geld kosten. Zum anderen haben aber auch Mitarbeiter des Bauhofs auf Knien die Pflanzen aus den Ritzen zwischen Pflastersteinen herausgekratzt. Das ist ebenfalls sehr aufwendig. Die Bauhofmitarbeiter sind diese Woche noch an verschiedenen Stellen im Einsatz, wollen auch in die Ortsteile gehen, um das Verfahren auszuprobieren. Beispielsweise wird auch die Wirkung auf den unbefestigten Wegen im Rosenpark ausprobiert.

Die Heißwassertechnik zerstört die Eiweißmoleküle der Pflanzen. Ab einer Temperatur von 42 Grad Celsius bauen diese ab. Drei bis vier Anwendungen im Jahr sind zu Beginn erforderlich, in späteren Jahren weniger, um die Wildkräuter im Zaum zu halten. Wasser hat dabei den Vorteil, dass es Wärme gut leitet und somit auch bis zu den Wurzeln vordringt. Damit sterben die Pflanzen im Laufe der Zeit ganz ab, und später sind nicht mehr so viele Behandlungen erforderlich.

Ob das so funktioniert, wollen die Dippser Bauhofleute nun ausprobieren. Wenn sie damit eine bessere Wirkung und eine Einsparung gegenüber der bisherigen Technik erreichen, müssten Sie dem Stadtrat die Anschaffung einer solchen Heißwassertechnik vorschlagen.