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Mit Volldampf ins Museum

Die Ausstellungsstätte zeigt jetzt eine Sonderschau in Pirna zur Schifffahrt auf der Elbe – mit ganz ungewöhnlichen Exponaten.

Falk Hering (l.) und Michael Kaiser schauen sich in der neuen Schifffahrt-Ausstellung im Pirnaer Stadtmuseum das Modell einer Dampfmaschine an, die ein Schaufelrad antreibt. © Foto: Norbert Millauer

Micheal Kaiser streicht vorsichtig über das von Mechanikerkunst zusammengefügte Aggregat, was vor ihm steht, ein Gebilde aus wuchtigen Zahnrädern, Ventilen, Kupferleitungen, alles auf Hochglanz poliert. Mit dem Wissen eines Fachmannes erläutert Kaiser, wie die Maschine funktioniert, im offiziellen Jargon heißt sie Dampfsteuermaschine. Es ist eine Art Servolenkung für Elbschiffe, Kapitäne können damit große Dampfer mit nur einem Fingerdreh am kleinen Steuerrad manövrieren, die mechanische Wertarbeit verrichtete einst ihren Dienst auf dem Personendampfer „Schmilka“, bis 1984 im Einsatz, dann ging der Kessel kaputt. Ein Freund von Kaiser, Heiko Werner, wahrer Schifffahrtsenthusiast, rettete die Dampfmaschine quasi in letzter Sekunde vom Schrottplatz.

Nun steht die Dampfer-Mechanik im Pirnaer Stadtmuseum, und Kaiser ist einer jener Mitstreiter, der die neue Schau überhaupt ermöglicht habe. Die Ausstellungsstätte zeigt jetzt eine neue Sonderschau mit dem Titel „Willkommen an Bord – Elbeschifffahrt in der Sächsischen Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert.“

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Für die Ausstellung hat sich eigens eine Projektgruppe gegründet, Schifffahrtsbegeisterte, Sammler, Historiker, die so ziemlich alles zu diesem Thema zusammensammelte und dokumentierte. „Diese Enthusiasten haben eine große emotionale Verbindung zur Schifffahrt, das merkt man dieser Ausstellung an“, sagt Christian Schmidt-Doll, Chef der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna.

Zu der Projektgruppe gehört unter anderem Michael Kaiser, Maschinist auf dem Dampfer „Stadt Wehlen“, das älteste Schiff in der Flotte, es wird in diesem Jahr 140 Jahre alt. Kaiser beschäftigt sich schon lange mit der Dampfschifffahrt, auch privat, er dokumentiert die gesamte Historie, das ist sozusagen seine Winterarbeit, sagt er. Auch Falk Hering, Maschinist auf der „Diesbar“ ist bei der Truppe, ebenso Petra Kadner vom Verein „Sächsischer Heimatschutz. Es sei sehr wichtig gewesen, im Vorfeld der Ausstellung Fachleute zu versammeln. Man habe sehr viel zusammengetragen, so viel, dass gar nicht alles gezeigt werden kann, zu einem Thema, was bislang kaum im Mittelpunkt stand.

Das Museum, sagt Leiter René Misterek, habe die Schifffahrtsgeschichte bislang noch nicht wirklich im Fokus gehabt, dabei sei sie aber immens wichtig für die Stadt, Pirna sei schon immer ein Zentrum der Schifffahrt gewesen, immer hätten hier Schiffe festgemacht, es gab früher viele Schiffseigner. Viele Facetten dieser Historie, sagt Misterek, seien noch bisher wenig beleuchtet worden, daher gebe es nun interessante Einblicke, wie reizvoll diese Thematik ist.

Zu sehen gibt es eine Menge: die originale Dampfsteuermaschine, ein funktionierendes Modell eines Schaufelradantriebes, Schiffsmodelle, Bilder, Schautafeln, Kettenglieder der früheren Kettenschifffahrt auf der Elbe.

Nach Aussage von Schmidt-Doll hat dieses Thema großes Potenzial, weiterentwickelt zu werden, er will eine solche Schau gern dauerhaft zeigen, was wegen der Platzverhältnisse derzeit im Museum aber nicht möglich ist. Aber immerhin hat das Museum jetzt ein großes Depot an der Breiten Straße, und als die Mitarbeiter dort die unendlich vielen Exponate inventarisierten, tauchte etwas lange Verstecktes auf: die originale Fahne des Postaer Schiffervereins. Sie ist auch in der Ausstellung zu bestaunen. Die Sonderschau läuft noch bis zum 2. Juni dieses Jahres.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna vorbei.

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