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Mittelgasthof in der Warteschleife

Eine Studie sollte klären, wie das leerstehende Haus in Struppen wirtschaftlich genutzt werden kann. Jetzt gibt es neue Vorschläge.

Seit fast vier Jahren sucht die Gemeinde Struppen einen neuen Pächter für den Mittelgasthof – bislang ohne Erfolg. Weil sich nichts bewegt, wird jetzt darüber nachgedacht, die Räume auch Gewerbetreibenden anzubieten.
Seit fast vier Jahren sucht die Gemeinde Struppen einen neuen Pächter für den Mittelgasthof – bislang ohne Erfolg. Weil sich nichts bewegt, wird jetzt darüber nachgedacht, die Räume auch Gewerbetreibenden anzubieten. © Norbert Millauer

Struppen. Bis zum Ende des Sommers hatten sich die Struppener Klarheit erhofft. Bis dahin sollte untersucht werden, wie der leerstehende Mittelgasthof künftig genutzt werden könnte. Doch von einem Ergebnis, mit dem die Kommune arbeiten kann, scheint man weit entfernt. Der Grund: Das zuständige Planungsbüro, das im April dieses Jahres mit der sogenannten Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, kann nach sechs Monaten Arbeitszeit kein konkretes Ergebnis vorlegen. „Es ist noch nichts spruchreif“, musste Struppens Bürgermeister Rainer Schuhmann (CDU) nach einem Termin mit dem Planungsbüro erklären. In einer nichtöffentlichen Sitzung wurde der bisherige Arbeitsstand vorgestellt. Die Planer beschäftigten sich demnach mit der demografischen Entwicklung von Struppen. Auch der Tourismus wurde beleuchtet. „Es wurden unterschiedliche Szenarien vorgestellt, die den Mittelgasthof betreffen“, erläutert Schuhmann. Man habe Möglichkeiten durchgespielt, wie der Gasthof genutzt werden könne.

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Auch außerhalb von einer rein gastronomischen Nutzung habe man Ideen diskutiert. Alternativen, die für die Kommune wirtschaftlich interessant seien. Die Räume könnten demnach nicht nur an einen Gastronomen, sondern auch an einen Gewerbetreibenden vermietet werden. „Wir brauchen eine gastronomische Versorgung und im besten Fall noch eine Komplementärlösung dazu“, erklärte Rainer Schuhmann. Es gäbe Beispiele in Nachbarlandkreisen, wo so etwas gut funktioniere. Doch dafür bräuchte man Interessenten, die den Gasthof betreiben beziehungsweise in das Objekt ziehen wollen. Ob es solche Tendenzen gibt, soll nun geklärt werden. Schuhmann hat angekündigt, mit ortsansässigen Gewerbetreibenden sprechen zu wollen, um herauszufinden, ob sich jemand räumlich verändern möchte. Das sei der nächste Schritt.

Die Machbarkeitsstudie kostete die Gemeinde Struppen rund 30 500 Euro. Etwa 24 400 Euro wurden durch das Förderprogramm Leader zur Verfügung gestellt. Das Planungsbüro untersucht dabei auch, welcher Sanierungsaufwand für das Haus erforderlich ist und ob die Gemeinde diesen überhaupt finanzieren kann.

Struppens Bürgermeister ist trotz Verzögerung überzeugt, dass der Mittelgasthof eine Zukunft hat. Das Gebäude steht seit Ende 2014 leer, nachdem der Pächter den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt hatte. Struppen sucht seitdem erfolglos nach einem neuen Nachmieter. Weiter genutzt wird im Moment nur der Saal. Unter anderem in der Faschingszeit vom Struppener Karnevalsclub. Der Saal soll auch weiterhin öffentlich genutzt werden können. „Aber sechs oder sieben Veranstaltungen übers Jahr verteilt reichen einfach nicht aus“, sagt Rainer Schuhmann.