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Mogelpackung des Jahres gesucht

Die Verbraucherzentrale ruft zur Abstimmung über die dreisteste versteckte Preiserhöhung auf.

Von Susanne Plecher
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Bewerber für die Mobelpackung: Smarties, Chipsletten von Lorenz, Apfelkraut Obstwiese von Grafschafter, Mini Babybel, Dulano Truthahnsalami.
Bewerber für die Mobelpackung: Smarties, Chipsletten von Lorenz, Apfelkraut Obstwiese von Grafschafter, Mini Babybel, Dulano Truthahnsalami. © Verbraucherzentrale Hamburg

Nur noch 100 statt 170 Gramm Chips in der Packung, die fast genauso groß ist wie vorher: So drastisch hat Lorenz Snack World den Inhalt seiner Chipsletten-Dosen reduziert. Weil bei manchen Händlern wie beispielsweise bei Kaufland der Preis dafür gleich hoch geblieben ist, führt das zu einer versteckten Preiserhöhung – in diesem Fall von 70 Prozent. Deshalb hat die Verbraucherzentrale Hamburg den Hersteller neben vier weiteren Kandidaten für den Negativpreis „Mogelpackung des Jahres 2018“ nominiert.

Bis 20. Januar lässt sich im Internet abstimmen, welches Unternehmen den Negativtitel verdient hat. Vergeben wird der Preis an Produkte, deren Füllmengen in den Verpackungen reduziert wurden – deren Preis aber nahezu stabil geblieben ist. Mehr als 2000 Beschwerden über solche Mogelpackungen sind im vergangenen Jahr bei der Verbraucherzentrale eingegangen. „Daraus haben wir eine Liste von fünf Kandidaten erstellt, bei denen die Hersteller versteckte Preiserhöhungen besonders dreist und raffiniert durchgesetzt haben“, sagt Verbraucherschützer Armin Valet. 

Das trifft auch auf die Smarties-Riesenrolle zu, das zweite Produkt auf der Liste. Seit Juli 2014 hat Hersteller Nestlé den Inhalt in drei Schritten von 170 Gramm auf 130 Gramm verringert. Das sind 34 Smarties weniger. Kunden zahlen dafür aber unverändert 1,59 Euro. Die Verbraucherschützer küren seit fünf Jahren die Mogelpackung des Jahres. Mit ihrer Wahl können sich Kunden aktiv gegen die Schummeleien zur Wehr setzen. Zudem können sie ganzjährig das Portal www.lebensmittelklarheit.de nutzen, um sich über Etikettenschwindel oder irreführende Lebensmittelkennzeichnung zu beschweren. (rnw/ sp)

Abstimmung bis 20. Januar 2019, 20 Uhr

Mini Babybel
20 Prozent teurer:
Statt wie bisher sechs packt Bel nun nur noch fünf Käsekugeln ins Netz. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Mini Babybel 20 Prozent teurer: Statt wie bisher sechs packt Bel nun nur noch fünf Käsekugeln ins Netz. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Chipsletten  70 Prozent teurer:
Die Füllmenge schrumpfte bei gleichem Preis von 170 auf 100 Gramm. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Chipsletten  70 Prozent teurer: Die Füllmenge schrumpfte bei gleichem Preis von 170 auf 100 Gramm. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Apfelkraut
41 Prozent teurer:
Den Fruchtaufstrich von Grafschafter gibt es in kleinerem Glas zum gleichen Preis. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Apfelkraut 41 Prozent teurer: Den Fruchtaufstrich von Grafschafter gibt es in kleinerem Glas zum gleichen Preis. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Truthahnsalami
33 Prozent teurer:
Die Wurst von Dulano ist so fett wie die normale, aber enthält weniger Scheiben. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Truthahnsalami 33 Prozent teurer: Die Wurst von Dulano ist so fett wie die normale, aber enthält weniger Scheiben. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Smarties
30 Prozent teurer:
Seit 2014 fehlen schon zum zweiten Mal 20 Gramm Schokolinsen. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Smarties 30 Prozent teurer: Seit 2014 fehlen schon zum zweiten Mal 20 Gramm Schokolinsen. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg