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Lockwitzbach: Zurück zur Natur

Jahrzehnte wurde dem kleinen Wasserlauf am Auer nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Mit unliebsamen Folgen. Das soll sich nun ändern.

Das bunte Laub deckt auch manchen Einbau zu, mit dem der Lockwitzbach in den vergangenen Jahren eingezwängt wurde. Jetzt soll er teilweise wieder eine naturnahe Ausprägung erhalten.
Das bunte Laub deckt auch manchen Einbau zu, mit dem der Lockwitzbach in den vergangenen Jahren eingezwängt wurde. Jetzt soll er teilweise wieder eine naturnahe Ausprägung erhalten. © Norbert Millauer

Moritzburg. Das bunte Herbstlaub ist überall. Auch dort, wo manchmal der Lockwitzbach plätschert. Zumindest, wenn er ausreichend Wasser hat. Doch der kleine Bach kann auch anders, wie er in den vergangenen Jahren mehrfach nach lokalem Starkregen am Auer gezeigt hat.

Dann trat der Lockwitzbach über seine Ufer. Die Folgen waren Schäden an der Böschung des Gewässers, aber auch am Eigentum von Anliegern. Für den Bach und dessen Unterhaltung ist die Gemeinde Moritzburg zuständig. Die hat in den vergangenen Jahren den Lockwitzbach auf ihrem Gemeindegebiet komplett von einem Fachbüro untersuchen lassen. Im Ergebnis ist ein Papier entstanden, in dem aufgezeigt wird, was getan werden muss, damit das Bächlein wieder naturnaher fließen kann. Zum Nutzen von dort lebenden Tieren und Pflanzen und der Anwohner.

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In Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat und in Abstimmung mit den betroffenen Eigentümern sollen jetzt die ersten Pläne umgesetzt werden. Die Gemeinde hatte die Arbeiten beschränkt ausgeschrieben, nach drei Angebotsaufforderungen gingen zwei Angebote ein.

Mit knapp 47.500 Euro lag allerdings selbst das günstigste immer noch weit über den berechneten Kosten von rund 30.000 Euro. Dennoch stimmte der Moritzburger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Vergabe des Auftrags an die Firma Grundbau GWB Grund- und Wasserbaugesellschaft mbH aus Moritzburg zu. Die Arbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Betroffen davon sind rund 250 Meter des Lockwitzbachs - 150 nördlich der Staatsstraße 81, der Rest auf der südlichen Seite. Wie Jana Hunger vom Planungsbüro Stowasser sagt, handelt es sich dabei um Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung und kein grundhaftes Ausbauvorhaben. Daher wird auch nur kleines Gerät zum Einsatz kommen, denn großflächige Erdbewegungen sind nicht vorgesehen.

Geplant sind vielmehr Arbeiten in zwei Bereichen. „Zum einen werden standortfremde Bäume entfernt“, so Jana Hunger. Teilweise auch, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Oberstrom, also nördlich der Straße, sind das vor allem Fichten und Kiefern. Auf der anderen Seite dann Birken.“ Die Wurzelstöcke sollen dabei weitestgehend im Boden bleiben. Weichen muss aber auch eine Erle. „Eigentlich ein richtiger Baum für ein Gewässer, allerdings steht dieser direkt am Straßendurchlass und behindert so den Abfluss des Wassers.“

Geplant sind außerdem punktuelle Arbeiten an der Böschung des Lockwitzbachs. Dabei sollen einige alte Befestigungen in Form von Betonplatten und Holzverbauungen entfernt werden. „Die Böschung soll teilweise angeschrägt werden, auch der Einbau von Faschinen ist vorgesehen.“ Das sind zwei bis drei Meter lange Reisigbündel, die Bodenerosion verhindern sollen. Gleichzeitig wird so die Strömungslinie des Baches geändert. Er bekommt ein paar kleine, naturnahe Windungen, was auch Einfluss auf die Fließgeschwindigkeit des Wassers hat. Und schließlich sollen noch zahlreiche kleine Weiden, Erlen und Eschen gepflanzt werden.

Das weitaus größere Projekt am Lockwitzbach steht der Gemeinde allerdings noch bevor: „Das ist der Abschnitt in Richtung Coswig auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei“, so Bürgermeister Jörg Hänisch. „Dafür ist sicher ein Planfeststellungsverfahren erforderlich und die Kosten werden vermutlich mehrere 100.000 Euro betragen.“

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