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Wildgehege wegen Sturmschäden geschlossen

In der Sachsenforst-Einrichtung in Moritzburg hat Ignatz viele Spuren hinterlassen. Die Gefahr ist aber noch nicht vorbei. Auch im Friedewald nicht.

Von Sven Görner
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Äste auf dem Netz über der Wildkatzenanlage. Ein kleines Schlupfloch wurde schnell entdeckt und mit einem blauen Strick provisorisch verschlossen.
Äste auf dem Netz über der Wildkatzenanlage. Ein kleines Schlupfloch wurde schnell entdeckt und mit einem blauen Strick provisorisch verschlossen. © Norbert Millauer

Moritzburg. Wir sind noch einmal glimpflich davongekommen“, sagt Ronald Ennersch, der Leiter des Wildgeheges in Moritzburg. Was nicht heißt, dass die teilweise orkanartigen Böen vom Donnerstag keine Spuren in der Sachsenforst-Einrichtung hinterlassen haben. Aber ganz große Schäden an Gebäuden, Zäunen und Mauern blieben dem Wildgehege zum Glück erspart. Tiere kamen durch Ignatz nicht zu Schaden und auch Ausreißer - wie es sie in der Vergangenheit bei ähnlichen Ereignissen gegeben hat - sind nicht zu verzeichnen. Was nicht zuletzt schnellem Handeln noch während des Sturmes zu verdanken ist.

Zu tun gibt es für die Mitarbeiter am Freitag und in den nächsten Tagen dennoch viel. Wobei, die überall auf den Wegen herumliegenden kleineren und größeren Äste vorerst das geringste Problem sind. Zunächst müssen erst einmal die Schäden an den Tiergehegen beseitigt werden.

Schlupflöcher verschlossen

Ganz oben auf der Liste steht dabei die Luchsanlage. Deren Zäune waren durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden. „Kritisch war der äußere Zaun, den wir gleich am Donnerstag provisorisch in Ordnung gebracht haben“, so Ennersch. Die Stromlitze, die die großen Katzen von ungewollten Klettertouren abhält, konnte dabei allerdings noch nicht wiederhergestellt werden. „Wir haben daher versucht, die beiden Luchse in ihre festen Behausungen zu locken, was beim ersten mal nicht funktioniert hat.“ Am Abend habe es dann aber doch noch geklappt, die Tiere einzusperren.

Einer richtigen Zaunreparatur stand damit am Freitag nichts mehr im Wege. „Um den Zaun in der Anlage, der es ermöglicht, die beiden Luchsdamen bei Bedarf zu separieren, kümmern wir uns aber später“, so der Forstmann.

Sofortiges Handeln war dagegen an der modernen Wildkatzenanlage erforderlich gewesen. Dort sorgen über das Gehege gespannte Netze dafür, dass die Tiere nicht entweichen können. Auch diese waren von Ästen getroffen worden, wobei um einen der Stützpfosten eine kleine Öffnung entstanden war. Ein ideales Schlupfloch, das zum Glück gleich entdeckt und verschlossen wurde.

Die Luchse sollen so schnell wie möglich wieder in ihr Freigehege können.
Die Luchse sollen so schnell wie möglich wieder in ihr Freigehege können. © Norbert Millauer
Dieser Teil einer Eiche landete bei den Störchen. Die Mauer blieb zum Glück ganz.
Dieser Teil einer Eiche landete bei den Störchen. Die Mauer blieb zum Glück ganz. © Norbert Millauer
Einer der beiden Adebare vor einem von Ignatz umgeknickten Baum.
Einer der beiden Adebare vor einem von Ignatz umgeknickten Baum. © Norbert Millauer

Schäden gab es zudem an der Stromlitze bei den Otter, einer Mauer bei den Sika-Hirschen und am Zaun der Damwildanlage. Dieses wurde vorerst mit einem Bauzaun geschlossen. Sturmschäden gab es zudem an einem Separiergehege, in dem gerade zwei neue Junghirsche untergebracht sind. „Wir hatten gerade den ersten Schaden in Ordnung gebracht, da knallte es kurz darauf schon wieder“, so Ronald Ennersch.

Ab Dienstag wieder offen

Noch mehr Auslauf als sonst haben seit Donnerstag die Rothirsche. Eine Eiche hatte den Zaun zwischen ihrem und dem seit dem Vorjahr leerstehenden Elchgehege zerstört. „Dort haben wir nur die scharfen Stellen entfernt, damit sich die Tiere nicht verletzen. Ansonsten warten wir ab, bis sie von allein wieder in ihr Gehege zurückgehen. Es gibt ja keinen Grund, sie gleich wieder dorthin zu treiben. Das würde sie nur beunruhigen.“ Das Wildgehege bleibt bis einschließlich Montag weiter geschlossen. Wegen der Aufräumarbeiten, aber auch, weil bei dem anhaltenden Wind immer noch Äste zu Boden fallen.

Aus diesem Grund warnt Sachsenforst auch davor, trotz des am Wochenende zu erwartenden schönen Herbstwetters die Wälder zu betreten. Zum Glück sind aber auch dort die Schäden relativ geringe, wie aus einer Pressemitteilung des Staatsbetriebs hervorgeht. Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst sagt: „Die Gesundheit und Sicherheit von Menschen hat für uns oberste Priorität. Daher bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, derzeit auf einen Waldbesuch zu verzichten. Denn auch nach einem Sturm kann das Betreten des Waldes lebensgefährlich sein.“ Angebrochene Äste oder entwurzelte Bäume können auch noch in den kommenden Tagen herabfallen oder umstürzen. „Gleichzeitig unterstützen Sie mit einem Verzicht auf einen Waldbesuch auch eine rasche Beseitigung der entstandenen Schäden“, so Utz Hempfling weiter.

Örtlich kann es auch zur Sperrung von Waldflächen durch die Waldbesitzer oder auf Anordnung durch die unteren Forstbehörden kommen. Diese dienen dem Schutz der Waldbesucher und sollten zur eigenen Sicherheit aufgrund der großen Gefahren unbedingt beachtet werden.