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Musikschule: Lohn & Elternbeitrag steigen

Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Kreis haben begonnen. Unabhängig davon erhalten die Lehrer ab Juli mehr Geld und die Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen.

Musik macht Spaß. Auch denen, die sie in Konzerten bewundern - wie hier beim Nikolauskonzert der Kreismusikschule in Niesky im vorigen Jahr. © Archivfoto: André Schulze

Mit einem ersten konkreten Vorschlag für einen Haustarifvertrag ist die Gewerkschaft Verdi in die Tarifverhandlungen für die Kreismusikschule Dreiländereck gegangen. Darin geht es neben einer besseren Bezahlung auch um Fragen der Arbeitsorganisation oder der Altersversorgung, bestätigten Peter Hesse, Geschäftsführer der Dachorganisation Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH (Kuweit), und Verdi-Verhandlungsführer Michael Kopp auf SZ-Nachfrage. Allerdings war dies erst der Auftakt der Verhandlungen gewesen, weitere Termine seien für April und Mai angesetzt.

Unabhängig von den Tarifgesprächen können sich die festangestellten Musikschullehrer auf eine Erhöhung ihrer Entgelte von durchschnittlich sieben Prozent freuen: "Ab Juli dieses Jahres werden wir die verschiedenen Verdienste angleichen", erklärt Peter Hesse. Dann werde kein festangestellter, Vollzeit arbeitender Musiklehrer weniger als 3.000 Euro brutto im Monat verdienen. Derzeit gebe es auch Kollegen, die mit 2.700 Euro am Monatsende nach Hause gehen, einige verdienten aber auch deutlich mehr als 3.000 Euro. Diese Unterschiede, die durch verschiedene Vertragskonstrukte im Laufe der Jahre entstanden sind, wolle man jetzt angleichen. Außerdem ist auch für die kommenden zwei Jahre eine Erhöhung von 1,5 Prozent vorgesehen.

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Draußen vorwärts, drinnen vornüber

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Das Geld dafür kommt zum einen aus den zusätzlichen 100.000 Euro, die der Kreistag für die gesamte Kuweit für 2019 bewilligt hat. Außerdem ermöglichen auch steigende Landesmittel die Finanzierung. Allerdings reichen die Gelder nicht vollends aus und so werden zum neuen Schuljahr auch die Elternbeiträge angehoben. Welche Unterrichtsformen betroffen sind und in welcher Höhe die Steigerung ausfällt, ist noch nicht abschließend klar. "Es ist aber recht sicher davon auszugehen, dass Einzelunterricht ohne ein Leistungsstipendium teurer werden wird", bestätigt Hesse auf SZ-Nachfrage.

Das Ziel der Gewerkschaft ist allerdings ambitionierter: Da der Eintritt in den Flächentarifvertrag nicht sofort möglich ist, strebe man zunächst einen Haustarifvertrag, am Ende aber die Ankopplung an den Flächentarif an. Es sei "nicht das Ziel,  das derzeit unzureichende Niveau festzuschreiben", erklärt Michael Kopp. Er gab sich optimistisch, einen Kompromiss zu erreichen und bezeichnete das Treffen als konstruktiv. Kopp bestätigte, dass es bei den Verhandlungen konkret um Festangestellte gehe, unter denen man Mitglieder und somit ein Verhandlungsmandat habe. Zwar sei die Gewerkschaft generell auch die Stimme der organisierten, freiberuflichen Musikschullehrer, das sei aktuell aber nicht Verhandlungsgegenstand. Peter Hesse betonte, er wolle gern die Honorarkräfte besser stellen. Ob und wie schnell das möglich sei, hänge aber davon ab, wie viel Kraft man nach Abschluss der Tarifverhandlungen noch habe. Derzeit arbeiten etwa 39 Festangestellte und 54 Honorarkräfte an der Kreismusikschule.

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