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Nach Krankenhaus-Einbruch verurteilt

Ein 28-jähriger Freitaler gestand die Tat. Drogenmissbrauch und Vorstrafen pflastern seinen Weg.

Von Jane Jannke

Es war nur eine weitere Etappe auf einem wenig rühmlichen Weg, den Philipp M. aus Freital bereits vor Jahren eingeschlagen hatte. Für den Angeklagten vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde offenbar so bedeutungslos, dass er sich an die Taten kaum erinnern konnte. Der 28-Jährige wirkte desinteressiert und ungerührt, legte aber ein Geständnis ab. Gemeinsam mit einem Kumpel soll M. sich zwei Mal an einem Aufbuchungsautomaten der Kantine des Freitaler Weißeritztal-Klinikums vergangen haben. Beim ersten Vorfall im Dezember 2012 brach das Duo den Automaten mit einem Schraubenzieher auf und entwendete daraus eine Geldkassette mit 280 Euro. Ein zweiter Diebeszug im Juni 2013 endete nur deshalb erfolglos, da der Automat bereits entleert worden war.

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„Keine Ahnung, ich brauchte halt das Geld“, lautete die lapidare Erklärung des jungen Mannes auf die Frage von Richterin Daniela Höllrich-Wirth nach den Gründen. Einem Zeugen zufolge hatte Philipp M., der jahrelang regelmäßig Crystal und andere Drogen konsumierte, seinen ebenfalls drogenaffinen Freund zum Einbruch überredet, der dabei Schmiere stand. Die Beute teilten beide untereinander auf und gaben sie für Partys und Drogen aus.

Die Weichen für die kriminelle Karriere wurden bei Philipp M. schon früh gestellt. Mit drei Geschwistern wuchs er bei der Mutter und zeitweise bei deren drogensüchtigem Partner auf. Schon mit zwölf greift er selbst das erste Mal zum Joint. Nach dem Realschulabschluss bricht er mehrere Lehren ab, macht Schulden, landet schließlich auf Hartz IV, begeht immer wieder Straftaten.

Von den Drogen will er mittlerweile los sein, sagt er selbst. Doch offenbar hat sich die Suchtproblematik nur verlagert: „Er geht jetzt regelmäßig ins Casino“, sagt seine Mutter leise vor Gericht.

Richterin und Staatsanwalt bezweifelten, dass Philipp M. auf dem richtigen Weg sei, und legten ihm eine Therapie ans Herz. „Das Spielen löst Ihre Probleme nicht“, mahnte die Richterin. Bei M. stieß das allerdings auf wenig Begeisterung. Drei Mal ist der 28-Jährige bereits wegen Drogenbesitzes und Betruges vorbestraft. Vier weitere Verfahren sind anhängig, darunter Körperverletzung, Nötigung und räuberischer Diebstahl. Für den Einbruch im Krankenhaus hagelte es nun erstmals eine Haftstrafe: vier Monate, ausgesetzt zu einer zweijährigen Bewährung sowie 80 Stunden soziale Arbeit lautete das Urteil. Ein Warnschuss. Sollte Philipp M. sich in den zwei Jahren abermals etwas zuschulden kommen lassen, muss er ins Gefängnis.

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