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Nach Millionenschaden untergetaucht

Ein Versicherungsmakler aus Dresden hat fiktive Verträge erfunden, um die stattlichen Provisionen zu kassieren. Zuerst lebte er auf großem Fuß. Am Dienstag begann nun sein Prozess.

© Symbolfoto: dpa

Versicherungskaufmann Falk E. muss auf großem Fuß gelebt haben. Davon zeugte sein Porsche 911 Targa 4S. Den Flitzer, Kennzeichen „DD–FE 911“, soll sich der 37-jährige Deutsche im Dezember 2011 angeschafft haben – für 146 000 Euro. Doch der Mann hatte nur ein knappes Jahr Freude an seinem Porsche. Ende 2012 tauchte der Mann unter, möglicherweise ist es ihm in der Stadt zu heiß geworden. Denn Falk E. soll über Jahre als Chef einer Versicherungsagentur der Ergo die Gesellschaft und seine Kunden um rund 1,3 Millionen Euro betrogen haben. Im Februar dieses Jahres wurde E. in der Dominikanischen Republik verhaftet und nach Sachsen ausgeliefert.

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Am Dienstag hat sein Prozess vor dem Landgericht Dresden begonnen: Betrug in fast 250 Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, und weitere Fälschungsdelikte. Rund 400 000 Euro soll E. mit dem Verkauf von Kapitalanlagen eingenommen haben, die es gar nicht gab – zwischen Mai 2008 und Oktober 2012. Weitere 407 000 Euro habe er an Provisionen für Rentenversicherungen kassiert, die es ebenfalls nicht gab. Er habe der Ergo gefälschte Unterlagen eingereicht, Beträge wurden Ergo-Kunden ohne deren Wissen per Lastschrift abgebucht, lange unbemerkt. Darüber hinaus habe E. bestehende Versicherungen gekündigt und die Rückzahlungen auf sein eigenes Konto gelenkt. Für den Porsche und ein Fitnessgerät für 11 000 Euro habe er die Raten nicht beglichen, weshalb er sich auch wegen Unterschlagung verantworten muss.

Die Verteidiger Frank Hannig und Bert Albrecht kritisierten zum Prozessauftakt, sie hätten nicht genug Zeit gehabt, um sich mit ihrem Mandanten auf das Verfahren vorzubereiten. Er habe in der Untersuchungshaft keine Möglichkeit gehabt, die komplette Akte – 12 000 Seiten – einzusehen. Erst Ende Juli habe er ein entsprechendes Lesegerät erhalten. Das Gericht wies den Antrag auf Aussetzung des Verfahrens zurück, die Zeit sei ausreichend gewesen.

In dem anschließenden Rechtsgespräch kündigten die Anwälte ein Geständnis ihres Mandanten an. Allerdings seien die Schäden deutlich niedriger. Das Gericht stellte Falk E. für ein umfassendes Geständnis eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren in Aussicht. Der Prozess wird fortgesetzt. (SZ/lex)

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