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Nächstes Neumarkt-Haus wird bezogen

Während im Moritzhaus bald erste Mieter einziehen, geht es bei anderen Projekten noch nicht vorwärts.

© René Meinig

Von Kay Haufe

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Es tut sich was am Neumarkt und auch wieder nicht. Das Moritzhaus neben dem Kulturpalast wird in wenigen Wochen fertig, bei anderen Projekten dagegen herrscht scheinbar Stillstand.

„Im August werden die Büros bezogen, wenig später auch die Flächen im Erdgeschoss“, sagt Sebastian Greim von der Nürnberger Immobilienfirma KIB, die das Moritzhaus errichtet. Eine Änderung gebe es zu den vorherigen Plänen. „Wir hatten nicht so viele Interessenten für Ladenflächen, für die sind die Altmarktgalerie oder die Prager Straße wesentlich interessanter. Dafür gab es weitaus mehr Anfragen für Gastronomie. Deshalb wird es im Erdgeschoss einen oder sogar mehrere Anbieter geben.“ Wer das sein wird, dazu möchte Greim nichts sagen. „Es ist so vereinbart, dass die Mieter ihre Schilder aufhängen, wenn sie mit dem Innenausbau beginnen“, sagt der KIB-Geschäftsführer.

Die acht Wohnungen im Dachgeschoss, 81 bis 168 Quadratmeter groß, können jetzt erst von Interessenten besichtigt werden, da gerade erst der Boden verlegt ist. „Das sind dann die letzten, die im Haus bezogen werden“, sagt Greim. Nachdem der Entwurf für das Moritzhaus mit Staffelgeschoss und Flachdach lange kontrovers diskutiert wurde, ist der Nürnberger froh, dass es mit dem Bau gut lief.

Spenden für Grünes Gewandhaus

Sichtbar voran geht es auch mit dem Palais City One des Dresdner Immobilienunternehmens Unser Schönes Dresden (USD). Insgesamt entstehen neun Häuser, die gemeinsam mit dem ehemaligen Kaufhaus „au petit bazar“ einen großen Vierseithof bilden. Während die Gerüste im Bereich zum Platz hin bereits im März gefallen sind, sind Arbeiten an den Häusern zum Kulturpalast noch nicht so weit. Bis März 2019 soll das Projekt an der Frauenstraße fertig sein. Die Firma USD plant im Erdgeschoss Läden, die zu siebzig Prozent bereits vermietet seien, wie USD vor wenigen Monaten sagte. Wer dort einzieht, hat das Unternehmen nicht verraten. Die Wohnungen sind bereits an einen Investor verkauft. Eine Anfrage, ob der Zeitplan weiter Bestand hat, ließ USD unbeantwortet.

Direkt nebenan, gegenüber der Heinrich-Schütz-Residenz, wird am ehemaligen Kaufhaus „au petit bazar“ weitergearbeitet. Nach dem Tod von Nobelpreisträger und Eigentümer Günter Blobel im Februar wurde das Projekt verkauft. Es wird aber nach den genehmigten Plänen gebaut. Geplant ist, das das Haus im Frühjahr 2019 fertig wird.

Vor den Fassaden von Palais City One und dem „au petit bazar“ entsteht das grüne Gewandhaus, eine Freifläche mit Bäumen, Bänken und gestalteten Steinen. Auch sie soll im Frühjahr 2019 fertig werden und kostet über 600 000  Euro. Dafür haben zahlreiche Privatleute, die Kreuzkirche, Firmen und Vereine gespendet, um die 28 rund vier Meter hohen Platanen bezahlen zu können, die auf dem Platz künftig die Umrisse des alten Gewandhauses nachbilden sollen. Die Bäume werden gerade in Baumschulen herangezogen, bevor sie im Oktober gepflanzt werden. Auch Torsten Kulke, Vorstand der Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND), bat zu seinem 50. Geburtstag um Spenden für das Projekt. Möglicherweise auch deshalb, weil sich auch sein Verein vor mehr als zehn Jahren gegen den Bau eines modernen Gewandhauses mit viel Glas ausgesprochen hatte.

An einem bedeutenden Neumarkt-Projekt herrscht indes Stillstand. Und das, obwohl die Stadt Dresden bereits im Mai die Baugenehmigung für das Quartier Hoym ausgesprochen hat. Die Berliner CG-Gruppe will neben dem Polizeipräsidium zwischen Rampischer und Landhausstraße einen großen Vierseithof mit 13 Gebäuden errichten. Die Bauzeit soll zwei Jahre betragen. In den sechs- und siebenstöckigen Häusern sollen 245 Wohnungen entstehen. Doch die Baugenehmigung enthalte viele Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, bevor gebaut wird, sagt CG-Chef Christoph Gröner. Diese würden von Architekten und Ingenieuren in enger Abstimmung mit dem Bauordnungsamt bearbeitet. Zudem habe sich herausgestellt, dass die geplante Tiefgarage nicht wirtschaftlich realisierbar ist. Eine neue Planung sei erstellt. „Damit werden wir in die Lage versetzt, das Projekt innerhalb der kalkulierten Kosten umzusetzen“, sagt Gröner. Auch die im letzten Augenblick geänderte Planung für das Palais Riesch habe Zeitverzug gebracht, doch ohne sie wäre die Genehmigung gescheitert, sagt der Investor. Gröner ist zuversichtlich, dass bauvorbereitende Arbeiten noch im Juli beginnen zu können, die Erdarbeiten im Anschluss im August.

Dann fehlt noch das Schlosseck. Zwischen Schlossstraße, Sporer-, Schösser- und Rosmaringasse will die Firma Baywobau einen Komplex errichten, in dem das Caesarsche und das Fürstliche Haus als Leitbauten nach historischem Vorbild sowie moderne Häuser entstehen sollen. Der Investor hatte auf eine Baugenehmigung bis zum Herbst gehofft, um das Schlosseck gemeinsam mit dem Lärmschutz-Vorbau am Kulturpalast errichten zu können. Doch im Moment sieht es nicht danach aus. Derzeit gibt es Abstimmungsbedarf zwischen den städtischen Ämtern. Auch hier sind zwei Jahre Bauzeit angesetzt.