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Namensfahnen für Kriegsopfer

Jugendliche wollen am Buß- und Bettag mit einer ungewöhnlichen Aktion an Kriegsgefangene erinnern.

© SZ-Archiv/S. Schultz

Großenhain. 16 Jugendliche haben sich in Vorbereitung auf ihre Jugendweihe mit den Schicksalen von Kriegsgefangenen beschäftigt. In der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain beschrifteten sie kleine weiße Fähnchen mit den Namen von Menschen, die von 1941 bis 1945 in Großenhain starben. Am Buß- und Bettag besuchen die Jugendlichen den sowjetischen Ehrenfriedhof an der Öhringer Straße in Großenhain, um dort um 14 Uhr die knapp 200 Namensfahnen auf die Wiese am Gedenkstein zu stecken.

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Die Namen der Verstorbenen sind hier bisher nicht dauerhaft verzeichnet, weiß der Zeithainer Gedenkstättenleiter Jens Nagel. Durch die Namensfahnen würden die persönlichen Schicksale von Opfern nationalsozialistischer Verfolgung, die auf dem hiesigen Ehrenfriedhof ruhen, erstmals verdeutlicht.

In Großenhain verstarben mindestens 200 sowjetische Soldaten an den katastrophalen Lebensbedingungen. Sie wurden in mehreren Massengräbern verscharrt und nach Kriegsende zentral auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof an der Öhringer Straße bestattet.

Der Großteil der in das Kriegsgefangenenlager Zeithain kommenden Rotarmisten war für den Arbeitseinsatz in der deutschen Kriegswirtschaft vorgesehen. Bereits Anfang September 1941 waren rund 20 000 Gefangene auf viele Orte in Sachsen verteilt worden. Einer davon war Großenhain, wo die Gefangenen u. a. beim Ausbau des Luftwaffenstützpunktes, der Papierfabrik und der Reichsbahn eingesetzt wurden.