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Neue Aufgabe für alten Kahn

Langzeitarbeitslose machten fürs Abenteuercamp in Deutschbaselitz ein morsches Boot wieder flott. Auf See kann es allerdings nicht mehr.

© Matthias Schumann

Deutschbaselitz. Er macht was her, der alte Spreewaldkahn. Auch wenn er nicht mehr ganz vollständig ist. Statt waagerecht auf dem Großteich zu schwimmen, steht er jetzt hochkant an der Anlegestelle im Abenteuercamp. Zumindest eine Hälfte des Kahns.

Am Donnerstag wurde das zum Schaukasten umfunktionierte und mit einem prächtigen Panoramabild versehene Boot offiziell übergeben. Von Teilnehmern des innovativen Projekts „Reling“, welches der Kamenzer Bildungsdienstleister Bao GmbH gemeinsam mit dem Kamenzer Jobcenter realisiert. Reling steht für „Regeln lernen in Gemeinschaft“, eine Maßnahme, die bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt helfen soll.

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Dieses Projekt, von dem das Abenteuercamp seit gut fünf Jahren profitiert, sei eine wichtige Sache, so Andreas Mikus, Chef des Bischofswerdaer Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit, welches das Camp betreibt. „Und ich freue mich besonders, dass diese Partnerschaft quasi einen doppelten Nutzen hat.“ Denn die Teilnehmer wissen, dass sie eine sinnvolle Arbeit leisten, bei der Sachen entstehen, die nachhaltig genutzt werden. Unter anderem bauten sie in den vergangenen Jahren eine Sommerküche, Besteckhalter, Schuhregale oder auch eine tolle Sitzecke. Darauf seien die Erbauer zu recht stolz.

Geld nicht aufzutreiben

In diesem Jahr sollte der alte neun Meter lange Kahn – welchen man vor einigen Jahren im Spreewald aufgetrieben, nach Kamenz geschleppt und schließlich aufgemöbelt hatte – restauriert werden, erzählte Bao-Schulungzentrenleiterin Sieglinde Kernchen bei der Übergabe. Doch das Boot war durchgefault. Es wieder flott zu machen, hätte rund 4 000 Euro gekostet. Dieses Geld war schlichtweg nicht aufzutreiben. Deshalb machte sich die Reling-Truppe Gedanken, was man stattdessen daraus zaubern könne, berichtete der Projektbetreuer Christian Klau. Ein Teil wurde zu besagtem Schaukasten, das andere steht als Flyerablage am Camp-Eingang.

Auch die Kamenzer Sozialdezernentin Elvira Schirack freute sich, dass es dieses sinnstiftende Projekt gibt. „Ich habe aber auch große Hochachtung vor dem, was ihr Verein hier seit Jahren leistet“, sagte sie zu Netzwerkchef Andreas Mikus. Im Gepäck hatte die Rathausmitarbeiterin einen kleinen Rettungsring. Als Symbol für den Spaß, den die Kinder und Jugendlichen im Camp haben. Das Geschenk habe auch einen ernsten Hintergrund. „Wenn es mal kritisch wird, können sie jederzeit zu uns kommen.“ Im Rathaus habe das Netzwerk für Kinder und Jugendarbeit einen Partner, versprach sie.