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Neue Bühne für kleine Puppen

Das Osterzgebirgsmuseum Lauenstein setzt auf Bewährtes. Es gibt aber auch in diesem Jahr neue Angebote.

© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

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Osterzgebirge. Grimmig guckt der Detektiv um die Ecke. Dort ist er, der Räuber. So oder so ähnlich könnte eine der Geschichten beginnen, die in nächster Zeit im Schloss Lauenstein aufgeführt wird. Denn das startet mit neuen Angeboten. Eines davon sind Puppenspiele, die ab diesem Jahr mehrmals gezeigt werden, erzählt Museumsleiterin Gabriele Gelbrich. Sie hält immer noch die beiden Puppen in der Hand. Selbst spielen wird sie nicht, versichert sie und legt sie ab. Das überlasse sie den Profis.

Das erwartet die Besucher des Schlosses 2018

Diese waren es auch, die die Museumsleiterin auf die Idee brachten. „Die Stadt Altenberg konnte im vergangenen Jahr Marionetten- und Handpuppen aus dem Fundus des Dresdner Puppentheaters Ruth und Hans-Joachim Hellwig erwerben. Wunderschöne Schenkungen kamen noch hinzu“, erzählt die Museumsleiterin. Damit habe die Bergstadt einen Grundstock gelegt, um die Tradition des Puppenspiels in der Region weiter zu bewahren und zu fördern. Denn das habe in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Das Bärenfelser Puppentheater-Festival ist inzwischen eine feste Größe im Osterzgebirge. Dessen Veranstaltungen werden gut besucht. Das Osterzgebirgsmuseum sieht in dieser Begeisterung eine Chance. Deshalb möchte das Museum in diesem Jahr nicht nur neue Sonderausstellungen zeigen und Konzerte ausrichten, sondern sich als Bühne etablieren.

Mit diesem Angebot möchte Frau Gelbrich noch den einen oder anderen zusätzlichen Gast ins Museum locken. 2017 konnte sie mehr als 17 500 Besucher begrüßen. Ein Erfolg. Denn im Vergleich zum Jahr davor sind das gut 1 000 mehr zahlende Gäste gewesen, sagt Frau Gelbrich. Der leichte Anstieg, der sich bereits seit 2015 abzeichnet, hat viele Gründe. So hat das Museum 2017 nicht nur zu Ausstellungen eingeladen, sondern auch viele Konzerte, Feste und Vorträge organisiert. Dazu zählen unter anderem die Schlossnacht, das Schlossfest mit dem Handwerkermarkt und das Konzert mit der Blue Wonder Jazzband. Alle drei gehörten zu den Besuchermagneten. Ein Höhepunkt war das Reformationsfest am 31. Oktober. Dieses hat das Museum gemeinsam mit den Vereinen im Ort und der Kirche auf die Beine gestellt. Allein dazu kamen knapp 3 000 Gäste nach Lauenstein, viele davon auch ins Museum. Beliebt sind auch die Angebote für Schulklassen. Zu diesen reisten Schüler nicht nur aus dem Müglitztal an, sondern auch aus Dresden, Freital oder Tharandt. „Weil vor den Sommerferien so viele Klassen Projekttage machen wollten, kamen wir manchmal richtig ins Schwitzen“, sagt die Museumsleiterin. Das Osterzgebirgsmuseum hat sich aber auch an Neues gewagt. Dazu zählt das Seniorencafé. „Das erfreut sich zunehmender Beliebtheit.“

Mehr Gäste wünscht sich Frau Gelbrich für die Hutkonzerte. Im Rahmen dieser Konzertreihe spielten und sangen zum Beispiel Musiker aus Schweden und der Schweiz in Lauenstein. Obwohl der Eintritt frei war und die Musiker für eine Spende in den Hut spielten, seien einige Stuhlreihen leer geblieben. Abgesetzt wird die Reihe nicht. „Wir wollen in diesem Jahr die Werbung verbessern, vielleicht erreichen wir dann mehr Musikfreunde.“ Gespannt ist sie, wie die Puppenspiele angenommen werden. Die Reihe wird am 21. Februar mit dem Stück „Der Goldschatz in der Mühle“ eröffnet. Zu Gast ist Jan Hellwig, der Sohn von Ruth und Hans-Joachim Hellwig.