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Neue Parkplätze für Glashütte

Wo einst Uhren produziert wurden, stehen bald Autos. Aber nur ganz bestimmte.

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© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Noch können die Glashütter und ihre Besucher ihre Autos auf dem kleinen Parkplatz unweit des Lange-Stammhauses abstellen. Für einen Euro am Tag. Für die Ewigkeit wurde dieser provisorische Parkplatz allerdings nicht angelegt. Denn er soll einem Gebäudekomplex weichen, den der Uhrenhersteller Nomos an der Stelle bauen will. Eigentlich sollte die Betriebsstätte längst fertig sein. Doch der Uhrenhersteller hat den Baubeginn immer wieder nach hinten geschoben und andere Maßnahmen, wie die Erweiterung der Chronometrie und die Schaffung neuer Produktionsräume auf der Altenberger Straße, vorgezogen. Obwohl Nomos den Bau des Gebäudekomplexes nun nochmals verschoben hat, baut das Unternehmen jetzt vor.

Der Uhrenhersteller möchte als Ersatz für den Wegfall der Stellplätze einen Parkplatz an der Straße „Am Ochsenkopf“ bauen. Dort stand bis 2014 die Uhrenfabrik F 4. Diese wurde nach der Wende nicht mehr gebraucht und stand lange leer. Obwohl sich die Stadt um eine Nachnutzung bemüht hatte, winkten alle in Glashütte tätigen Uhrenfirmen ab, auch Tutima, deren Vorgängerfirma das Haus errichtet hatte. 2013 gab Glashütte dann den Startschuss für den Abriss. Im Frühjahr 2014 war von dem Gebäude nichts mehr zu sehen.

Wieder suchte Glashütte nach Investoren, die dort etwas bauen. Denn nach den Plänen der Stadt könnte ein Parkhaus oder ein Parkdeck an der Stelle entstehen. Das Rathaus unterbreitete den Firmen die Idee. Wieder übten sich alle in Zurückhaltung – nur Nomos zeigte Interesse. Die Stadt nahm die Verhandlungen auf, die Uhrenfirma schaute sich das Gelände genauer an.

„Wir haben den Bau eines Parkhauses und eines Parkdecks geprüft“, sagt Nomos-Geschäftsführer Uwe Ahrendt. Am Ende kam seine Firma zum Schluss, dass es die beste Lösung sei, die Stützwand zu erhöhen und darüber eine größere Fläche anzulegen, auf der schätzungsweise 40 Autos abgestellt werden können. „Die Zufahrt soll über eine Rampe erfolgen“, erklärt er.

Parkhaus passt nicht hin

Verworfen wurde der Bau eines Parkhauses, da die Bauflache dafür sehr klein sei. Die Zu- und Abfahrten würden viel Platz brauchen. Nomos habe auch den Bau eines Parkdecks erwogen. „Damit hätten wir 58 Parkplätze, also 18 mehr schaffen können“, erklärte er. Allerdings wäre nicht nur der Bau teuer geworden. Auch die Störanfälligkeit wäre größer. Damit spielte er vermutlich auf das Parkdeck am Dippser Bahnhof an, welches zuletzt abgetragen werden musste, weil es Probleme mit den Betonplatten gab. Mit dem Bau der Stellfläche möchte Nomos im kommenden Jahr beginnen. Wann, das sei noch unklar, sagt Ahrendt. Da man mit der Firma Zimmermann baut, die gegenwärtig auch das neue Nomos-Fabrikgebäude in Schlottwitz errichtet, werde man erst nach dessen Vollendung, voraussichtlich im Mai, mit den Arbeiten am Ochsenkopf beginnen. „Wir rechnen mit einer Investition in sechsstelliger Höhe“, erklärt er.

Die bereits bestehenden zehn Kurzzeitparkplätze an der Ochsenkopf-Straße, die von den Eltern genutzt werden können, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen, bleiben in ihrer Form erhalten, erklärte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). Seine Verwaltung werde beim Bau der neuen Stellflächen mit der Firma Nomos zusammenarbeiten. So wurde es auch in dem Vertrag festgehalten. Demnach wird Nomos die Fläche nicht kaufen, sondern im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages nutzen. Dieser soll 40 Jahre gelten. Danach kann die Stadt den Parkplatz zum Verkehrswert übernehmen oder Nomos auffordern, die Anlage zurückzubauen. Dann darf Glashütte an der Stelle wieder schalten und walten. Bis dahin wird die neu geschaffene Parkfläche nur Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Trotzdem wird sie die angespannte Parkplatzsituation an der Uhrenmeile etwas entspannen. Denn die Autos der Nomos-Mitarbeiter werden nicht mehr auf öffentlichen Stellflächen stehen.