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Neue Wege für den Großen Garten

© Christian Juppe

An mehreren Stellen wird derzeit saniert. Der Carolasee ist bereits fertig. Am Neuteich dauern die Arbeiten an.

Von Marcus Herrmann

Der große Erholungseffekt wird sich bei vielen Besuchern von Dresdens „grüner Lunge“ derzeit nicht einstellen. An allen Ecken wird gebaut und gewerkelt. Das Gesamtbild wird nicht durch sprudelnde Brunnen und gepflegte Grünflächen bestimmt, sondern durch Bauzäune und eine Armada von Baggern. Doch nach der Ufersanierung des Carolasees sollen bis Ende Juni auch der Neuteich samt Kanal und bis Ende Juli der Ostteil der Herkulesallee fertiggestellt werden.

Der Carolasee: Das Wasser wird jetzt wieder angestaut

Seit dem 18. Mai füllt sich der Carolasee wieder. Die Arbeiten am Ufer und die Entschlammung sollten eigentlich schon Ostern beendet sein. „Aber wir haben festgestellt, dass die Menge an zu entsorgendem Schlamm wesentlich höher war, als zunächst angenommen“, sagt Tobias Lorenz, Sprecher des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB). Sedimente aus den Zuflüssen und herabfallendes Laub hatten dazu geführt, dass die Schlammschicht pro Jahr um zwei bis drei Zentimeter wuchs. Das SIB musste danach klären, auf welchen Wegen der Schlamm umweltverträglich abtransportiert werden konnte. Darum sei es zu einer Verzögerung gekommen. Außerdem habe es im März und April stark geregnet, weshalb der Betrieb zweimal unterbrochen werden musste. Notwendig wurde die Sanierung wegen der zurückliegenden Hochwasser am Kaitzbach seit 2002.

Der Neuteich: Bauleute befestigen die Ufer. Der Schlamm kommt weg

Wie vor einigen Wochen am Carolasee, sieht es nun am Neuteich an der Stübelallee aus. Sedimente und Gesteine bestimmen das Bild. Das Wasser ist abgelassen. Bauzäune versperren den Zugang über den Lipsiusweg. Die kleine Fußgängerbrücke am Rand des Areals ist gesperrt. Im Teichbett stehen zwei Bagger und befestigen die Ufermauer. Währenddessen rollen Lkw‘s, die Schutt und Schlamm abfahren. „Das sind jetzt die letzten Schlammfuhren. Teilweise verlegen wir schon Planen für die Befüllung des Sees“, sagt ein Arbeiter der Firma Grundbau.

Laut Sprecher Tobias Lorenz soll der Teich Anfang Juli angestaut werden. Danach können die ersten Fische, die in den Carolasee umgelagert wurden, wieder zurückkehren. „Auch der derzeit im Bau befindliche Weg entlang des angrenzenden Kanals wird voraussichtlich bis dahin fertig sein“, ergänzt Lorenz. Insgesamt kosten die Arbeiten am Kanal und dem Neuteich etwa 750 000 Euro.

Die Herkulesallee: Kein Durchkommen für Spaziergänger

Der östliche Teile der Herkulesallee wird zwischen Karcher- und Fürstenallee saniert. Der westliche ist bereits komplett fertig gebaut. „Seit Ostern erneuern wir den Ostteil nach historischem Vorbild mit einer wassergebundenen Decke aus Kalksteinsplitt“, sagt Jens Widera von der Dresdner Landschaftsbaufirma Saule. Wie lange sich die Arbeiten am Weg noch hinziehen, weiß der Vorarbeiter nicht. Derzeit entfernt ein Bagger dessen alte Tragschicht. Außerdem wird dieser deutlich verbreitert. „Dann kommt der neue Belag drauf, bevor der Weg noch einmal gewässert und gewalzt wird“, so Widera. Das Besondere an der neuen Oberfläche sei, dass sie sehr ökonomisch funktioniere. „Flüssigkeit kann viel besser durch den Belag durchsickern und geht dem Grundwasser nicht verloren“, erklärt der Vorarbeiter. Insgesamt investiert der Freistaat 700 000 Euro in die Wegesanierung. Neben der Herkulesallee wurden auch Arbeiten am Dammweg von der Lennéstraße bis zur Querallee und zum Bouchéweg durchgeführt. „Diese sind bereits beendet“, sagt SIB-Sprecher Lorenz.

Die weiteren Hürden: Viele Wege bleiben noch länger gesperrt

Solange am Neuteich noch gebaut wird, sind die Bänke um das Gewässer und der Aussichtspunkt für Spaziergänger tabu. „An den Wegen um den Carolasee und den Neuteich müssen Spaziergänger noch sechs bis acht Wochen mit Behinderungen rechnen“, sagt Tobias Lorenz. Das treffe vor allem auf die Stellen zu, an denen noch die obere Wegschicht entfernt wird. Ab August soll außerdem das nächste Teilstück der Herkulesallee von der Fürstenallee bis zur Lennéstraße saniert werden. Diese Arbeiten werden momentan vorbereitet.