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Neuer Fußballplatz am Krokofit

In der Stadt fehlen Sportflächen. Ein neuer Kunstrasenplatz ist aber nur eine Zwischenlösung.

© Lutz Kollmann

Von Nina Schirmer

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Radebeul. Über einen dritten Sportplatz wird in Radebeul schon lange geredet. Die beiden vorhandenen Flächen, das Lößnitz- und das Weinbergstadion, sind jeden Tag knacke voll. Möglichkeiten für weitere Sportangebote und Gruppen gibt es dort nicht mehr. Fast immer trainieren schon mehrere Gruppen gleichzeitig auf den Flächen. Der Platzmangel führt inzwischen so weit, dass der Radebeuler Fußballclub RBC Kinder und Jugendliche abweisen muss. Der Verein würde die sportbegeisterten jungen Leute zwar gerne trainieren, hat aber keine freien Flächen mehr für zusätzliche Übungseinheiten.

Hinterm Krokofit soll ein neuer Kleinfeldplatz entstehen.
Hinterm Krokofit soll ein neuer Kleinfeldplatz entstehen. © Arvid Müller

„Wir haben in Radebeul zwingend Bedarf an weiteren Sportflächen, insbesondere bei Fußballplätzen“, sagt Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU). In der letzten Stadtratssitzung kündigte er deshalb an, dass ein zusätzliches Kleinspielfeld gebaut werden soll. Den Vorschlag hatte ursprünglich die CDU eingebracht. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung daraufhin vor knapp einem Jahr damit, verschiedenen Standorte zu prüfen. Die favorisiert jetzt eine Brache hinter dem Krokofit. Die Wiese neben der Wurfanlage gehört der Stadt und wird momentan nicht genutzt.

Die Stadt habe auch darüber nachgedacht, dort ein Großfeld zu bauen, sagt Lehmann. Doch das brächte womöglich Probleme mit sich. Je größer der Platz, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene und ältere Jugendliche am Abend trainieren. „Dann bräuchten wir Flutlicht und zu den Spielen kämen mehr Zuschauer“, sagt Lehmann. „Das gibt die Fläche nicht her.“ Deshalb soll nun ein 60 mal 45 Meter großer Platz entstehen.

Doch mit einem Fußballfeld allein ist es nicht getan. Denn die Spieler müssen sich auch irgendwo umziehen. Neben dem Platz sind neue Umkleiden geplant. Entweder erst einmal vorübergehend als Container oder auch schon in fester Bauweise, sagt Lehmann. Den Funktionstrakt könnten dann auch die Sportler nutzen, die an der Wurfanlage trainieren. Denn weder im Fitnessstudio nebenan, noch in der Schwimmhalle gibt es noch Umkleidekapazitäten.

Eltern, die ihre Kinder zum Training fahren, könnten die Parkplätze rund ums Krokofit nutzen. Außerdem will die Stadt noch weitere Stellplätze oberhalb des neuen Kleinspielfeldes einrichten. Wie und wo genau, was gebaut wird, soll in diesem Jahr geplant werden. Erst anschließend können Fördermittel für den Kunstrasenplatz fließen. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Kosten von rund einer halben Million Euro. 2019 oder 2020 könnte der Bau starten, sagt Lehmann.

In unmittelbarer Nähe stehen zwei Wohnhäuser. Mit den Anwohnern will die Stadt rechtzeitig ins Gespräch kommen. Dann soll geklärt werden, was sich die Anlieger wünschen, um nicht vom Sportbetrieb gestört zu werden. Die Stadt möchte eine Situation wie am Weinbergstadion verhindern, wo ein Teil der Anwohner sogar gegen den RBC geklagt hat. Insbesondere die Trainingseinheiten am späteren Abend und die Sonntagsspiele sind den Anliegern ein Dorn im Auge.

Neben dem Standort hinter der Schwimmhalle hatte die Verwaltung erst noch eine andere freie Fläche ins Auge gefasst: eine Brachfläche an der Kottenleite hinter dem Mohrenhaus. Die Variante wurde aber unter anderem wegen der schlechten Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln verworfen. Die Lage am Krokofit sei außerdem günstiger, weil dort in der Nähe schon andere Sportstätten und auch Schulen sind, so Lehmann.

Trotzdem bleibt der Kunstrasenplatz hinter der Schwimmhalle erst einmal nur eine Zwischenlösung. Die Stadt plant weiterhin einen großen dritten Sportplatz. Dafür ist das Areal rund ums Lößnitzbad angedacht. Lehmann stellt sich dort eine Sportfläche mit angrenzendem Multifunktionsgebäude und einer Cafeteria vor. Doch wirklich schnell wird er diese Pläne nicht umsetzen können. Noch ist dafür kein Geld im Haushalt vorgesehen. Außerdem muss mit der Landestalsperrenverwaltung verhandelt werden, die für den Hochwasserschutz zuständig ist. „Da gehen noch Jahre ins Land“, sagt der Bürgermeister.