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Nieskyer Postfrau sagt leise tschüss

Ab Freitag läuft das Geschäft in der Ödernitzer Straße unter neuer Führung. Der Service für die Kunden bleibt.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

Niesky. Wenn die Uhr heute Punkt 12.30 Uhr zweimal schlägt, schließt Gabriele Rose ihre Postagentur zu. Für sie ist es ein Abschied für immer. Für die Kunden, die nachmittags umsonst gegen die Tür drücken, um dann vielleicht den Hinweis an der Scheibe zu lesen, ist es nur eine kurze Pause. Schon am Freitag können sie, wie bisher auch, Briefe frankieren lassen, Pakete aufgeben, Geld abheben oder Glückwunschkarten kaufen und gleich versenden, wenn es besonders eilig ist. Ab 14.30 Uhr ist die Postagentur in der Ödernitzer Straße wieder offen. An neue Öffnungszeiten müssen sich die Kunden nicht gewöhnen. Ab Freitagnachmittag ist die Agentur zu den bekannten Öffnungszeiten zu erreichen.

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Dann steht Petra Bartha hinterm Tresen und kümmert sich federführend darum, dass alles reibungslos weiterläuft. Vor fünf Jahren machte sie aus ihrem Schreibwarenladen am Bahnhof Weißwasser eine Postagentur. Ausreichend Routine bringt sie also mit. Für Kontinuität sorgen Marlies Mehrwald und Karin Kosmetschke. Beide bleiben weiter an der Briefmarkenfront. Cathleen Götze hat sich eine neue Aufgabe gesucht und gefunden. Eine weitere Kollegin wird noch gesucht.

Zum Abschied gestern gab es die eine oder andere Träne. „Ich bin schon ziemlich traurig. Wir waren schon ein super Team“, so Marlies Mehrwald. Probleme habe das „Dreamteam“ immer gemeinsam gelöst. Und gelacht habe man viel. Auch gemeinsam mit den Kunden. „Wir waren immer bestrebt, die Kunden kompetent und zuvorkommend zu beraten“, sagt Gabriele Rose. Viele haben es ihr und den Kolleginnen gedankt. Mal gab es ein nettes „Hier sind Sie aber freundlich“, viele andere Male wurde das ein oder andere Täfelchen Süßes über den Tresen geschoben.

Gabriele Rose startete 1997 mit der Postagentur in Rietschen. Ab 2003 kam die Agentur in der Ödernitzer Straße in Niesky hinzu. Vier Jahre lang führte sie die beiden Agenturen parallel. „Viel Verantwortung, vor allem, wenn es um Angelegenheiten der Postbank ging, immer neue Herausforderungen – eine anstrengende, aber eine schöne Zeit“, so ihr Resümee. Sie gibt mit dem heutigen Tag ihre Selbstständigkeit auf und sagt: „Ich brauche eine neue Herausforderung“. Irgendetwas mit Menschen wird es sein. Bevor sie Postfrau wurde, arbeitete sie als Krippenerzieherin. Vorerst will sie etwas kürzer treten, eine kleine berufliche Pause einlegen. Und vielleicht ab und zu in ihrer alten Wirkungsstätte vorbeischauen.