merken

Oase in der Altstadt

Mit der Burgstraße 2 wird eines der letzten unsanierten Häuser angepackt – ein Schmuckstück ist im Entstehen.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Neues Sofa? Geschenkt!

Kein Aprilscherz - Jede 10. Couch ist kostenlos! Anlässlich der Neueröffnung der Ausstellungsräume möchte Möbel Hülsbusch Danke sagen und Sie können gewinnen!

Meißen. Das Haus ist toll, der Innenhof und der Garten – nach fast zwölf Jahren Dornröschenschlaf wird nun eines der ältesten und schönsten Häuser in der Altstadt wieder zum Leben erweckt: die Burgstraße 2. Unmittelbar neben Brück & Sohn und gegenüber dem Rathaus gelegen, hat sich hier ein Wohn- und Geschäftshaus aus dem 17. Jahrhundert erhalten, das noch im Verfall seine Qualitäten offenbart.

Unmittelbar neben Brück & Sohn und gegenüber dem Rathaus gelegen, hat sich hier ein Wohn- und Geschäftshaus aus dem 17. Jahrhundert erhalten, das noch im Verfall seine Qualitäten offenbart. © Claudia Hübschmann
Neben alten Holztreppen zählt der Innenhof mit seinen toskanischen Säulen zu den Besonderheiten des Gebäudes. © Claudia Hübschmann

Doch bevor das Gebäude – das eigentlich aus einem großen und einem kleinen miteinander verbundenen Haus besteht – wieder ein Schmuckstück wird, ist noch viel zu tun. In den Gängen türmen sich die Reste abgerissener Gipskartonwände, Kabel und Heizungsrohre. Denn der vormalige Eigentümer hat eine Schnellsanierung veranlasst, deren Ergebnisse schlicht katastrophal waren: „Die neu eingebaute Heizungsanlage ist nicht einen Tag gelaufen“, erklärt Dombaumeister und Architekt Knut Hauswald, der die Planungen für die Sanierung des Gebäudekomplexes übernommen hat.

Seeg investiert 1,4 Millionen Euro

Dazu gehört etwa auch ein geschlossener Innenhof. Auf diesen werden die künftigen Wohnungen hinausgehen. Deshalb habe man sich auch dafür entschieden, keine Gastronomie im Gebäude zuzulassen, erklärt Birgit Richter, die Geschäftsführerin der Seeg. Die städtische Gesellschaft hat die Burgstraße 2 vor zwei Jahren gekauft und lässt hier nun insgesamt neun Wohnungen einbauen. Allerdings behalte man sich vor, die schönen Kellergewölbe zeitweilig für den Publikumsverkehr zu öffnen, vorstellbar sei dies etwa beim Weinfest, sagt Birgit Richter.

Den besonderen Charme des Hauses macht neben seinen Putzrippengewölben im Erdgeschoss und den dortigen Ladeneinbauten aus den 1920er Jahren mit ihren gewölbten Schaufensterscheiben, die Tatsache aus, dass fast alle Wohnungen über Laubengänge mit der Rückseite des Hauses verbunden sind. Damit haben sie Zugang zum künftigen Garten, dessen Terrassen sich bis zu den sogenannten Frauenstufen in Richtung Burgberg hochziehen. Sollten die künftigen Mieter mehr als Dauergrün in Form von Kirschlorbeer und Thuja und mehr als englischen Rasen im Kopf haben – dann könnte das eine grüne Oase mitten in der Altstadt werden.

Alle Arbeiten seien mit der Denkmalpflege abgesprochen, sagt Architekt Hauswald. Abgesegnet wurde auch sein Vorschlag, für eine der Wohnungen, die keinen Gartenzugang hat, eine Terrasse zum Innenhof hin zu schaffen. Fertig sein soll alles im kommenden Herbst bzw. Winter, erklärt Birgit Richter. Rund 1,4 Millionen Euro nimmt die Seeg für den Bau in die Hand. Am Ende sollen Kaltmieten von weniger als sechs Euro pro Quadratmeter herauskommen. Man darf gespannt sein auf das neue, alte Haus, das einmal eines der schönsten Barockgebäude Meißens gewesen ist und das auch wieder werden soll.