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OB-Wahlkampf in den sozialen Medien

Minister-Statements sorgen auf einer Satire-Seite über Markus Ulbig für Lacher. Wer für den Spaß verantwortlich ist, weiß man nicht.

Von Marcel Laskus

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Wer die Twitter-Präsenz von Markus Ulbig besucht, ist erst einmal irritiert. Beim Kurznachrichtendienst stellt sich der CDU-OB-Kandidat als Preisträger des „Big Brother Awards 2012“ vor. Satiriker küren damit besondere Possen von Bürokraten bei der Verletzung der Privatsphäre. Und mittendrin: die offiziellen Innenminister-Statements – garniert mit dessen Konterfei und beschwörender Geste. Ulbig, ein Freund der Selbstironie? Keinesfalls. Wohl eher ein Opfer technischer Schwierigkeiten. Scheinbar ist sein Facebook-Profil mit jenem auf Twitter gekoppelt. Mittlerweile schmücken die Seite Hunderte Beiträge von Innenminister – kurz IM – Ulbig. Und die lesen sich gewohnt nüchtern-professionell, nur eben unter dem Namen „IM Big Brother“. Die SZ konfrontierte die Sachsen-CDU, die sich von dieser Konstellation überrascht zeigt. „Das ist kein von uns autorisiertes Profil, wir werden es uns noch einmal ansehen“, so Sprecher Mario Dense. Wer für die Verknüpfung von Ulbigs Facebook-Seite mit dem Satire-Profil verantwortlich ist, weiß man nicht.

Wie präsentieren sich die anderen Kandidaten auf Twitter? Dirk Hilbert trat erst am 24. Februar auf die Bühne von Twitter, verfasste gleich am nächsten Tag sieben Beiträge. Doch seit fast zwei Monaten ist es still. Und Eva-Maria Stange? Die zeigt zwar eine gewisse Routine, beschränkt ihre Mühen aber darauf, das Lob ihrer Anhänger wiederzukäuen. Eigene Wortmeldungen: Fehlanzeige.

Am ehesten entsteht ein Dialog zwischen Kandidaten und Wählern noch bei Facebook. Immerhin folgen dort Ulbig 800, Hilbert 1 200 und Stange 1 500 Menschen. Hin und wieder drischt hier manch bissiger Kommentator auf deren Pinnwände ein, nicht selten jenseits des guten Tons. Die Kandidaten reagieren ganz unterschiedlich: Dirk Hilbert scheut kaum eine Diskussion, meldet sich selbst am Wochenende zu Wort. Eva-Maria Stange möchte manche Kritik relativieren, gerade dann, wenn es um ihre SED-Vergangenheit geht.

Anmerkung der Redaktion: Es ist ebenso technisch möglich, dass der Inhaber des Satire-Profils die Inhalte von Innenminister Ulbigs Facebook-Profil selbst auf seine Seite einfließen ließ. Auf SZ-Rückfrage waren die vermeintlichen Inhaber des Satire-Profils nicht erreichbar. Der Artikel wurde dahingehend verändert. Danke für die Hinweise unserer Leser.

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