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Ostereier und Osterfeuer

Die Hermsdorfer Feuerwehr entzündete den Holzhaufen. Auch andere alte Bräuche wurden gepflegt.

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© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Wer hätte das gedacht. Mitten im Karfreitagregen geht plötzlich ein Osterfeuer auf. Weithin ist es zu sehen. „Viele Angler haben den Haufen gemeinsam aufgeschichtet. Auch die Gärtner des Ottendorfer Umlandes brachten ihr Brennmaterial zum Vereinsheim des „Anglervereines Rödertal 1991“ auf die Medinger Straße. Schon ab 16 Uhr wurde hier gearbeitet. Für einen Blick zum Himmel nahm sich allerdings niemand Zeit. Das wäre ja auch nicht besonders motivierend gewesen.

Zusammenarbeit ist wichtig: Auch das Osterfeuer im 25. Vereinsjahr des Anglervereines Rödertal wurde deshalb von der Hermsdorfer Feuerwehr entzündet.
Zusammenarbeit ist wichtig: Auch das Osterfeuer im 25. Vereinsjahr des Anglervereines Rödertal wurde deshalb von der Hermsdorfer Feuerwehr entzündet. © Bernd Goldammer

Über Hermsdorf hingen dicke Wolken, es nieselte hundsgemein vor sich hin. Mal stärker und mal schwächer. Entmutigt hat das aber niemanden. Angler sind halt Naturburschen und schon deshalb erfahren im Nehmen. Für die Kinder sind kleine Überraschungen bereits vorbereitet. Ihnen wurde auch die Upcycling-Idee des 25. Vereinsjahres präsentiert. Aus der verchromten Trommel einer alten Waschmaschine und dem Untergestell eines Drehsessels wurde eine Backstelle für Knüppelkuchen zusammengeschraubt. Das sieht nicht nur gut aus: Es funktioniert auch prächtig. Die Kinder haben die Technik natürlich sofort ausprobiert. Die pfiffigen Tüftler wurden daraufhin mit Lob überschüttet.

Tolle Geschenke

Zuvor ging es um all die bunten Eier, die von älteren Leuten, die sich als „Osterhasen“ ausgeben, versteckt werden. Kaum, dass sie von den Hühnern gelegt worden sind. Von den Kindern hört man immer öfter: Es lohnt sich, den Erwachsenenzauber mitzumachen. Immerhin geht’s um tolle Geschenke zur Osterzeit. Und so lange die Erwachsenen glauben, dass Kinder von heute die alte Story glauben, so lange werden die Körbchen voll sein und alle Gesichter werden heiter sein. In den Ostertagen habe das auch einen besonderen Zauber. Und die Freude sollte man den Erwachsenen nicht nehmen.

Mit Eiern wird Karfreitag im Vereinsgelände an der Medinger Straße ein zünftiger Eierlauf veranstaltet. Trotz Regens. Den Kindern ist anzusehen, dass ihnen das Freude macht. In der Vereinsküche wird zu diesem Zeitpunkt die kulinarische Überraschung des Abends vorbereitet. Eine Gulaschsuppe à la Rödertal-Verein. Wenig später ist sie in aller Munde. „Köstlich“, lautet die einhellige Feststellung der Besucher. Bernd Wiegner, dem Vereinschef, geht das runter wie Öl. In dieser Suppe stecken schließlich ein paar Stunden Arbeit. Gegen 19 Uhr trifft die Hermsdorfer Feuerwehr ein. Alles ist minutiös vorbereitet. Wer gedacht hat, dass ein durchnässter Holzhaufen nicht brennt, durfte sich eines Besseren belehren lassen. Minuten später ging der Haufen in hohen Flammen auf. Sogar in den Nachbardörfern soll der helle Feuerschein zu sehen gewesen sein. „Vorsichtshalber haben wir auch den Dresdner Flughafen informiert. Um brisante Irrtümer zu vermeiden“, erzählt Bernd Wiegner und schmunzelt dabei. Ja, Spaß wird bei Anglern in Hermsdorf groß geschrieben. Denn aus Humor wird Kraft. Und die wird gebraucht.

Anglerverein hat 170 Mitglieder

Am Hermsdorfer Schlossteich zum Beispiel. Hier setzen die Vereinsmitglieder besonders viel Herzblut ein. Deshalb ist das jährliche Abfischen längst zu einem weithin bekannten Besuchermagnet geworden. So leisten die Angler ihren Beitrag zur Attraktivität der Region. Wie es der Name sagt, wurde der Anglerverein Rödertal 1991 gegründet. Derzeit habe er etwa 170 Mitglieder. Die kommen überwiegend aus der Region um Ottendorf-Okrilla, aber auch aus dem Radeberger und Dresdner Umland. „Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Ausbildung. Deshalb geben wir die gefragten Fischereilehrgänge. Wir wollen die Natur unserer Heimat nahebringen. Und das gelingt“, freut sich Bernd Wiegner. Er und Uwe Augustin engagieren sich als Ausbilder. Hege und Pflege des heimischen Fischbestandes ist ein weiterer Punkt. „Unser Verein besitzt drei Pachtgewässer. Davon sind zwei unseren besonderen Angelvorhaben vorbehalten. Im dritten Pachtgewässer werden Satzfische aufgezogen. Zwei bis drei Jahre später können die dann in andere Gewässer umgesetzt werden. Auf die kommende Saison schauen die Vereinsmitglieder mit besonderen Erwartungen. Das 25. Vereinsjahr ist angebrochen. Viele Erfolge sind zu feiern. Sogar ein Vereinsheim wurde erbaut. Es mussten auch Niederlagen weggesteckt werden. „Der schönste Erfolg ist unser Zusammenhalt“, betont Bernd Wiegner bei der Eröffnung des Osterfeuers.