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Osthoff soll Arbeit im Irak fortsetzen

Köln/Berlin - Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Nadeem Elyas, hofft, dass die Deutsche Susanne Osthoff nach dem Ende ihrer Geiselnahme ihre Arbeit im Irak fortführt. „Auf jeden Fall sollte...

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Köln/Berlin - Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Nadeem Elyas, hofft, dass die Deutsche Susanne Osthoff nach dem Ende ihrer Geiselnahme ihre Arbeit im Irak fortführt. „Auf jeden Fall sollte sie nicht einfach ihre Lebensaufgabe aufgeben auf Grund eines terroristischen Aktes“, sagte Elyas dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). „Das wäre die Selbstaufgabe. Ich hätte Verständnis dafür, dass sie ein paar Wochen Urlaub in Deutschland macht und Lebenskraft schöpft um sich danach wieder für den Irak einzusetzen. Wir dürfen unsere Stellung nicht aufgeben wegen des terroristischen Drucks.“

Elyas forderte auch die anderen im Irak engagierten deutschen Hilfskräfte auf, das Land trotz der Gefahren nicht im Stich zu lassen. Auch nach dem Fall Osthoff sei die humanitäre Hilfe für den Irak „richtig und wichtig und notwendig“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Dienstag). „Wo kämen wir denn hin, wenn die humanitären Helfer wegen Gefahren und Krisen weg bleiben? Gerade dann müssen sie doch tätig werden.“

Das Engagement vieler deutscher Muslime für Osthoff könne ein Wendepunkt in den Beziehungen zu den Nicht-Muslimen sein, sagte Elyas im „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir haben im Fall Osthoff gesehen, dass vor allem Muslime auf die Straße gegangen sind und sich eingesetzt haben gegen eine Gruppe, die sich muslimisch nennt. Das zeigt die Verbundenheit mit der deutschen Gesellschaft und die deutliche Ablehnung des Terrors im Namen des Islam.“

Susanne Osthoff war am Sonntag aus den Händen ihrer Entführer freigekommen und hielt sich zunächst in der deutschen Botschaft in Bagdad auf. Die 43 Jahre alte Archäologin wolle aber in Kürze den Irak verlassen, teilte das Auswärtige Amt am Montag mit.

Osthoffs Schwester Anja bat um Verständnis dafür, dass die Freigelassene den Kontakt zur Öffentlichkeit vorerst meide. „Man muss respektieren, dass sie sich psychisch jetzt in einer ganz anderen Lage befindet. Man muss sie in Ruhe lassen“, sagte Anja Osthoff dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. (dpa)