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Heinz Eggert erhält Friedenspreis

Sachsens früherer Innenminister aus Oybin wird am Sonntag in Scheidegg für seine Verdienste um die Deutsche Einheit geehrt. Die Laudatio hält Günter Oettinger.

Heinz Eggert wird mit dem Scheidegger Friedenspreis ausgezeichnet.
Heinz Eggert wird mit dem Scheidegger Friedenspreis ausgezeichnet. © Robert Michael (Archiv)

Heinz Eggert bekommt am Sonntag den diesjährigen Scheidegger Friedenspreis überreicht - in Form einer weißen Taube aus Porzellan. Der frühere Oybiner Pfarrer, Zittauer Landrat, Innenminister des Freistaats und stellvertretende CDU-Vorsitzende wird für seine besonderen Verdienste um die friedliche Revolution ausgezeichnet. Er habe mit seiner Persönlichkeit nachhaltig den Wiederaufbau Sachsens und Deutschland geprägt, teilt Ulrich Pfanner mit, Bürgermeister der Gemeinde Scheidegg im bayerisch-schwäbischen Landkreis Lindau.

Heinz Eggert protestierte 1968 gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts. Daraufhin durfte er seinen Beruf als Fahrdienstleiter in Rostock nicht mehr ausüben und begann ein Studium in der Theologie. Danach als Pfarrer in Oybin tätig, entwickelte sich seine Wohnung zur Anlaufstelle für System-Kritiker.

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Zur Wendezeit engagierte sich Heinz Eggert beim Neuen Forum. Im Mai 1990 wurde er Landrat im Kreis Zittau. Dort entfernte der heute 75-Jährige alle kommunistischen Führungskräfte aus der Behörde. Sachsens damaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ernannte ihn schließlich zum Innenminister. Das Amt übte Heinz Eggert bis 1995 aus. Drei Perioden saß er im Landtag, trat dann nicht mehr an. Seit 2009 engagiert sich der ehemalige Politiker ehrenamtlich als Sterbebegleiter im Hospiz in Herrnhut.

Seine Laudatio am Sonntag hält Günther Oettinger, früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg und EU-Kommissar. Heinz Eggert und er kennen sich seit Jahren. Das Bundesland unterhielt nach der Wende eine Patenschaft mit Sachsen.

Der Scheidegger Friedenspreis wird jedes Jahr am 3. Oktober verliehen und ist eine Auszeichnung für Menschen, die sich um die Deutsche Einheit verdient gemacht haben. In der Regel erhalten sie Bürger aus Ostdeutschland. "Sie haben die friedliche Revolution ermöglicht und dazu beigetragen, etwas möglich zu machen, was undenkbar schien", sagt Manfred Przybylski gegenüber der Allgäuer Zeitung. Er ist Stifter und geistiger Vater des Friedenspreises - die 13. Verleihung wird gleichzeitig seine letzte sein. (SZ)

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