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Pausenhof mitten in der Stadt

Bautzen hat viele schöne Ecken: weithin bekannte und auch Geheimtipps. In einer SZ-Serie verraten Bautzener, wo sie am liebsten verweilen.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

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Das Deutsche Hygiene-Museum

Mit seinem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste aus aller Welt. Es ist viel mehr als nur ein Museum.

Bautzen. Mitten in Bautzen und trotzdem ein ruhiger Fleck – das ist es, was Tobias Schilling am Brunnenhof so gefällt. Als er noch in der städtischen Pressestelle im Rathaus arbeitete, sei dieser Platz für ihn quasi so etwas wie ein schöner Pausenhof gewesen. Aber auch heute – mittlerweile ist Schilling seit etwa anderthalb Jahren im Landratsamt beschäftigt – lenkt der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes seine Schritte gern mal in den Hof zwischen Hauptmarkt und Fleischmarkt. Hier könne man abseits vom Innenstadttrubel einfach mal kurz abschalten. Mit Bekannten oder bis dahin auch Unbekannten habe sich hier manches Gespräch ergeben, erzählt er.

Allerdings, so scheint es, hat der Brunnenhof seine beste Zeit hinter sich. Jahrelang wurde er stets beim Bautzener Frühling als Veranstaltungsort einbezogen, meist gab es dort Angebote für Kinder. In diesem Jahr blieb der Hof beim Stadtfest erstmals verwaist, stattdessen kam die Mönchskirchenruine als neuer Veranstaltungsort dazu.

Doch Tobias Schilling wünscht sich, dass auch der Brunnenhof wiederbelebt wird. „Hier könnten ab und zu kleine Veranstaltungen stattfinden“, findet er. „Natürlich alles im Rahmen“, schiebt er gleich hinterher. Man müsse ja auch Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Doch dass der Hof vielleicht einmal gar nicht mehr öffentlich zugängig sein könnte, wie es schon in Erwägung gezogen wurde, fände er schade.

Vor allem sollte der Brunnen, der einst von Bildhauer Horst Weiße geschaffen wurde, aus dem aber schon seit Längerem kein Wasser mehr plätschert, endlich repariert werden. Diesbezüglich sei er auch schon von Anwohnern angesprochen worden, sagt Schilling. Er habe versucht, die Sache über den Bürgerhaushalt, wofür in diesem Jahr erstmals Geld bereitgestellt wurde, anzuschieben. Allerdings vergeblich. Auch ein paar weitere Bänke wären schön. Früher habe man auf den Umrandungen der Pflanzgefäße sitzen können. Doch die hölzernen Sitzflächen gibt es nicht mehr.

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