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Pavarotti zum Kerzendinner in Görlitz

Für die Görlitzer Gastronomie sind das gerade ganz schwere Wochen. Doch am Valentinstag ist alles anders.

© nikolaischmidt.de

Von Marvin Liebig

Görlitz. Die Durststrecke ist den Görlitzer Gastronomen wohl bekannt. Nach Neujahr bleiben Gäste aus, Touristen sowieso. Die einen machen Urlaub, die anderen renovieren, Dritte fahren ihren Betrieb bis Ostern nur auf Sparflamme. Doch der Valentinstag, der Tag der Verliebten am 14. Februar, hat sich auf dieser Durststrecke zu einer wahren Oase entwickelt. Dann brummt das Geschäft für einen Tag oder Abend, ist kaum ein freier Platz in den Restaurants zu bekommen. Ein Glücksumstand für Gäste und Wirte gleichermaßen.

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Das wird auch in zwei Wochen wieder der Fall sein. Zumal sich die Görlitzer Gastronomen wieder einiges haben einfallen lassen, wie sie bei einer kleinen SZ-Umfrage bestätigte. Bernd Schade vom Restaurant „Lucie Schulte“ am Untermarkt will seinen Gästen schon an der Eingangstür einen angemessenen Empfang bereiten. „Wir begrüßen jeden mit einem Glas Prosecco“, verspricht der 47-jährige Restaurant-Inhaber, der als Koch schon in Orlando und Miami arbeitete. Ein Begrüßungsgetränk ist aber nicht das Einzige, was sich Schade für den Valentinstag ausgedacht hat. Ein Viergangmenü für 29 Euro pro Person und ein Dreigangmenü für 25 Euro tischt er sowohl frisch Verliebten als auch langjährigen Ehepartnern auf. Dabei gibt es verschiedene Hauptspeisen für Frauen und Männer und am Ende ein süßes Dessert für beide.

Besonderen Wert legt Bernd Schade auf ein romantisches Ambiente. Dafür hat er eine einfache Formel. „Wir dimmen das Licht, sorgen für ausreichend Kerzenschein und Rosen auf dem Tisch und spielen Musik von Pavarotti“, verrät er. Den Gästen scheint die Idee zu gefallen. Drei- bis viermal könne er sein Restaurant am 14. Februar normalerweise füllen, sagt Schade. Obwohl für dieses Jahr noch Plätze frei sind, sieht er den Tag in puncto Besucherzahlen als Lichtblick im traditionell eher schwierigen Winter. „Der Valentinstag übertrifft erfahrungsgemäß die anderen Tage“, freut sich Schade.

Für Philipp Scholz vom Restaurant „Am Goldenen Strauß“ an der Ecke Marienplatz/Struvestraße wird der 14. Februar in diesem Jahr eine Premiere. Erst im vergangenen April hatte er das Lokal übernommen. Vorher war er im Steakhaus „Zur Schwarzen Kunst“ auf der Neißstraße tätig. Im eher rustikalen Ambiente der „Schwarzen Kunst“ sei der Valentinstag ein Tag wie jeder andere gewesen, erzählt Scholz. Jetzt im „Goldenen Strauß“ habe er ganz andere Möglichkeiten, romantische Stimmung zu erzeugen. „Die Atmosphäre ist hier natürlich eine andere und besser für Romantik geeignet“, erklärt der 34-Jährige.

Schon um 10 Uhr beginnt sein Valentins-Programm mit einem Brunch für Verliebte. „Der Valentinstag fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Das ist eher ungünstig, weil viele Leute am Montagmorgen wieder arbeiten müssen“, erklärt der gelernte Restaurantfachmann. Trotzdem lädt er seine Gäste ab 17 Uhr zu zwei verschiedenen Dreigangmenüs und Livemusik ein. Die passende Tischdeko in Form von Kerzen und Blumen darf ebenfalls nicht fehlen. Auch im „Goldenen Strauß“ kann man momentan noch Plätze für den Valentinstag reservieren.

Genau wie in der „Destille“ auf der Nikolaistraße. Deren Chef Paul Otto ist aber sicher, dass sich das bald ändern wird. „Die meisten Anfragen kommen erst in der Woche vorher“, sagt der 28-Jährige. „Unser Telefon klingelt dann bis zu zehnmal häufiger als sonst.“ Und das, obwohl es in der „Destille“ kein spezielles Valentins-Menü gibt. Paul Otto begründet das mit der Tatsache, dass am Tag selbst eben nicht nur Paare, sondern oft auch kleinere Gruppen von vier bis acht Leuten kämen. Das ändere allerdings nichts daran, dass der Valentinstag die Besucherzahlen der anderen Tage deutlich übertreffe.

Das findet auch Simone Apitz vom „Vino e Cultura“ auf dem Untermarkt. „Der Valentinstag sticht nach der zurückhaltenden Stimmung im Januar schon heraus“, sagt sie. Mit einem vom Chefkoch kreierten Menü und begleitenden Weinen erwartet sie am 14. Februar ihre Gäste. Auch hier stehen noch freie Plätze zur Verfügung.

Für SZ-Leser hat Bernd Schade am Valentinstag zwei Plätze im „Lucie Schulte“ auf dem Untermarkt 22 reserviert: Der erste Anrufer, der am Montag, dem 1. Februar, um 15 Uhr, unter der 03581/47105272 durchkommt, gewinnt ein Viergangmenü mit Prosecco-Empfang für zwei Personen.