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Pegida feiert die AfD

Weniger Unterstützer von Pegida als in der Vorwoche haben am Montagabend in Dresden demonstriert. Im Mittelpunkt der Reden stand diesmal der Erfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.

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© SZ

Dresden. Einmal mehr haben am Montagabend die Unterstützer von Pegida in Dresden demonstriert. Im Mittelpunkt der Reden stand diesmal - wie bereits vergangenen Montag angekündigt - der Erfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.

Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ trafen sich um 18.30 Uhr wieder auf dem Schlossplatz. Hauptredner war diesmal Siegfried Däbritz, Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann war offenbar nicht auf der Veranstaltung und wurde mit keinem Wort erwähnt. Däbritz brandete bei der Erwähnung des Wahlerfolges der AfD Jubel entgegen. All das Lob für die Alternative für Deutschland und ihre Wähler wurde mit Medienschelte gewürzt, die von den Zuhörern dankbar mit Rufen und Gekicher aufgenommen wurde.

Nach Däbritz‘ Ausführungen zu den übrigen „Blockparteien“ im Norden ließen die Montagsdemonstranten ihre „Merkel muss weg“-Rufe erschallen. Dann kündigte Däbritz erneut einen „heißen Herbst“ in Deutschland an, verbunden mit der Gewissheit, dass die Zahl der Pegida-Anhänger nun wieder steigen werde. Das Studentenkollektiv „Forschungsgruppe Durchgezählt“, das Demonstrationen beobachtet, hat am Montagabend auf Twitter für die Pegida-Kundgebung 2 000 bis 2 300 Teilnehmer ermittelt. Vergangene Woche waren es noch 2 900 bis 3 300.

Dann wurde als Gastredner Till aus Halle auf die Bühne geholt, der im Namen der Identitären Bewegung die „Helden“ von Dresden und ihr Durchhaltevermögen lobte. Dann führte er seine Auffassung von Demokratie aus und berichtete von der Besetzung des Brandenburger Tores und den politischen Reaktionen darauf, was mit heftigem Fahnenschwenken und den bekannten „Ausmisten“-Rufen quittiert wurde. Der Redner kündigte weitere Aktionen seiner Bewegung an und bat die Pegida-Anhänger um Mithilfe vom Plakate malen über Kontaktvermittlung bis Leitern besorgen - die am Brandenburger Tor verwendeten wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Nach den Redebeiträgen begaben sich die Teilnehmer auf einen Rundkurs durch die Innenstadt, vorbei am Landtag und über den Postplatz. Ab 20 Uhr fand die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz statt. Als Redner fungierte ein Mann namens Wolfgang, der unter anderem über die Masse der „Asylbetrüger“ dozierte, die das deutsche Sozialsystem plündern würden. Seine anschließende Kritik an der Berichterstattung der Medien verband er mit dem Hinweis, dass Pegida nichts gegen Ausländer habe, solange sie sich integrierten.

Unweit der Pegida-Anhänger hatten sich am frühen Abend laut „Durchgezählt“ etwa 120 Gegendemonstranten von „Nope“ versammelt. Die Polizei trennte die Lager. Der Abend in Dresden blieb ruhig. (szo)