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Pegida kündigt Hotline an

Menschen ohne Internetzugang können sich künftig am Telefon über Veranstaltungen des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses informieren.

© xcitepress/ce

Dresden. Am Montag hat es in Dresden wieder mehrere Demos gegeben. Bis zu 2 300 Anhänger von Pegida versammelten sich diesmal auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. In Sicht- und Hörweite protestierten mindestens 200 Gegner, wie die Forschungsgruppe „Durchgezählt“ bei Twitter meldete. Die Polizei hielt beide Lager auseinander. Es blieb friedlich.

Der Demo-Montag in Dresden

Bei Pegida gab es diesmal keinen Gastredner. Dieser sei kurzfristig krank geworden, sagte Siegfried Däbritz aus dem Organisationsteam. Er selbst hatte in seiner Rede wenig Neues zu erzählen. Er wetterte gegen Flüchtlinge und warnte wegen einer vermeintlichen Überfremdung vor Chaos in Europa.

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Lutz Bachmann kündigte später eine Hotline für diejenigen an, die sich auch ohne Internetzugang über die nächsten Veranstaltungen von Pegida informieren wollen. Der Service dürfte sich vor allem an die älteren Anhänger richten, die weniger als junge Menschen soziale Online-Netzwerke nutzen.

Außerdem begründete der Pegida-Gründer, warum es in der vergangenen Woche trotz Ankündigung keine Proteste gegen die Bilderberg-Konferenz in Dresden gegeben habe. Einerseits bringe das Hochhalten von Plakaten nichts, andererseits habe man die Sicherheitsvorkehrungen unterschätzt, sagte Bachmann. Er kündigte den „Aufbau kleiner Aktivistengruppen“ an. Was er damit konkret meinte, ließ er offen. Stattdessen forderte er seine Anhänger zum Durchhalten auf. Pegida sei wie ein Marathon und der Weg noch weit, sagte Bachmann.

In der nächsten Woche will Pegida vor dem Hauptbahnhof in Dresden demonstrieren. Außerdem sei ein sogenannter Abendspaziergang über die Prager Straße geplant, sagte Däbritz.

Und so berichteten wir live:

20:08 Uhr: Und das war‘s auch schon auf dem Neumarkt. Nächste Woche will Pegida vor dem Hauptbahnhof demonstrieren und über die Prager Straße ziehen.

20:05 Uhr: Erst lässt der Gastredner Pegida sitzen, jetzt ist auch Ramona nicht da, also muss „Siggi“ die Nationalhymne anstimmen.

20:04 Uhr: Durchhalteparolen von Bachmann: „Pegida ist wie ein Marathon.“

20:00 Uhr: Auf dem Neumarkt die gewohnten Rufe wie jeden Montag. „Widerstand“ und „Merkel muss weg“, schreit das Publikum.

19:59 Uhr: Bei den Gegendemos nehmen laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ mindestens 200 Menschen teil.

19:54 Uhr: Pegida schaltet Hotline für ältere Anhänger, die keinen Internetanschluss haben und sich nicht bei Facebook über die nächsten Veranstaltungen informieren können.

19:52 Uhr: Bachmann fordert zu einer Schweigeminute für die Opfer des islamistischen Terrors auf. Er selbst trägt ein weißes T-Shirt mit einer Taube und dem russischen Wort „mir“, was auf deutsch „Frieden“ heißt.

19:46 Uhr: Pegida ist zurück auf dem Neumarkt.

19:42 Uhr: Bei Pegida demonstrieren heute zwischen 1 900 und 2 300 Menschen, meldet die Forschergruppe „Durchgezählt“ bei Twitter.

19:22 Uhr: Die Initiative Nope, die den Protest gegen Pegida organisiert, beschwert sich über hohe Polizeipräsenz und deren Filmaufnahmen.

19:21 Uhr: Lutz Bachmann ist heute anscheinend nicht nach einem Spaziergang. Er bleibt auf dem Neumarkt.

19:17 Uhr: Aufgrund der Demos in der Dresdner Innenstadt kommt es zu Umleitungen im öffentlichen Nahverkehr, wie die Dresdner Verkehrsbetriebe mitteilen.

19:08 Uhr: Däbritz ist fertig mit seiner Rede, in der er mal wieder gegen Flüchtlinge wetterte und vor Chaos in Europa warnte. Da der geplante Gastredner krank geworden sei, startet jetzt der so genannte Abendspaziergang von Pegida. Danach soll Lutz Bachmann zu Wort kommen.

19:00 Uhr: In Hör- und Sichtweite gibt es lautstarken Protest gegen Pegida.

18:58 Uhr: Däbritz weist rassistische Vorwürfe gegen Pegida zurück. Er bezieht sich dabei auf einen Vortrag bei der grünen Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel „Was Pegida verändert hat? Alles.“

18:55 Uhr: Däbritz erzählt nicht viel Neues. Es geht mal wieder um die Berichterstattung. Das Publikum schreit reflexartig „Lügenpresse“.

18:49 Uhr: Siegfried Däbritz eröffnet die Pegida-Demo.

18:44 Uhr: Auch die Pegida-Anhänger trotzen dem Regen. Unter ihren Regenschirmen warten sie, dass es auf dem Neumarkt losgeht. Derzeit ertönt die Hymne.

18:36 Uhr: Die Demo auf dem Theaterplatz hat sich in Bewegung gesetzt. Augenzeugen berichten von etwa 200 Menschen, die inzwischen an der Frauenkirche angekommen sind.

18:31 Uhr: Heute ist nicht das beste Demo-Wetter in Dresden. Der Deutsche Wetterdienst hat sogar vor starken Gewitter gewarnt.

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Attacke nach Pegida-Demo

Am Montagabend kam es nach der Pegida-Kundgebung auf dem Neumarkt zu einer Auseinandersetzung auf der Heinrichstraße. Laut Polizei wurden zwei Männer leicht verletzt, einer soll mit einer Metallstange geschlagen worden sein.

18:20 Uhr: Auf dem Neumarkt soll gleich die Pegida-Demo beginnen. Das Bündnis hat zuletzt an Zulauf verloren. In der vergangenen Woche kamen bis zu 2 350 Anhänger, Ende Mai noch bis zu 3 000.

18:15 Uhr: Auf dem Theaterplatz haben sich bislang nur wenige Pegida-Gegner versammelt. Eine SZ-Reporterin schätzt derzeit etwa 60 Teilnehmer.