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Feuilleton

Abschied von einem großen Schweden

2011 wurde sein Roman „Der Besuch des Leibarztes“ auch in Dresden verfilmt. Nun ist Per Olov Enquist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Per Olov Enquist 2011 in seinem Wohnzimmer mit seinem Hund.
Per Olov Enquist 2011 in seinem Wohnzimmer mit seinem Hund. © AFP

Er trug einen der großen Namen der skandinavischen Belletristik. Nun ist der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist („Der Besuch des Leibarztes“) im Alter von 85 Jahren gestorben. Das bestätigte die Familie des Literaten den schwedischen Zeitungen Dagens Nyheter und Aftonbladet sowie dem dänischen Blatt Politiken. Enquist schlief demnach am späten Samstagabend nach längerer Krankheit friedlich ein.

„P.O. Enquist ist tot. Danke für fantastische Leseerlebnisse, kluge Gedanken und inspirierende Debattenbeiträge“, schrieb die schwedische Außenministerin Ann Linde am Sonntagmorgen auf Twitter. Laut der Zeitung Dagens Nyheter hat Enquist ein „Modell des gesellschaftsengagierten Dichters“ gesetzt, das Generationen von jüngeren Schriftstellern beeinflusst habe. „P. O. Enquists Bedeutung für das schwedische Kulturleben seit den 1960er-Jahren kann nicht überbewertet werden.“

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Weltstar Mads Mikkelsen im Dresdner Zwinger

Der am 23. September 1934 geborene Enquist zählte mit Werken wie „Ein anderes Leben“, „Das Buch von Blanche und Marie“ und „Strindberg. Ein Leben“ zu den bekanntesten Schriftstellern Schwedens. Häufig nahm er sich historische Ereignisse und Persönlichkeiten zum Ausgangspunkt seiner Arbeiten. Besonders der „Besuch des Leibarztes“ über den am dänischen Hof angestellten deutschen Arzt und Aufklärer Johann Friedrich Struensee wurde zum schwedischen Standardwerk und zu einem internationalen Bestseller. Dafür erhielt Enquist unter anderem den Deutschen Bücherpreis für Internationale Belletristik sowie den renommierten August-Preis, die wichtigste literarische Auszeichnung seines Heimatlandes. 

2011 stand Mads Mikkelsen (in grauer Jacke) im Dresdner Zwinger vor der Kamera für die Verfilmung des Enquist-Romans "Der Besuch des Leibarztes". Ins Kino kam der Film 2012 unter dem Titel "Die Königin und der Leibarzt".
2011 stand Mads Mikkelsen (in grauer Jacke) im Dresdner Zwinger vor der Kamera für die Verfilmung des Enquist-Romans "Der Besuch des Leibarztes". Ins Kino kam der Film 2012 unter dem Titel "Die Königin und der Leibarzt". ©  dpa

Besonders bekannt wurde die Geschichte durch die Verfilmung „Die Königin und der Leibarzt“ mit Mads Mikkelsen, der unter anderem im Dresdner Zwinger gedreht wurde. Enquist hatte in seinen späten Jahren mit einer schwächelnden Gesundheit zu kämpfen. Er hatte einen Herzfehler und erlitt 2016 einen Schlaganfall, wie er zwei Jahre später in einem Interview mit dem schwedischen Radio erzählte. Er hinterlässt seine Frau Gunilla Thorgren, zwei Kinder sowie drei Stiefkinder. (dpa/SZ)

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