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Perus Ministerpräsident zurückgetreten

Lima. Der peruanische Ministerpräsident Salomón Lerner Ghitis ist überraschend zurückgetreten. Präsident Ollanta Humala ernannte am Samstag Innenminister Óscar Valdés zum neuen Regierungschef, wie das Presseamt des Präsidenten mitteilte.

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Lima. Der peruanische Ministerpräsident Salomón Lerner Ghitis ist überraschend zurückgetreten. Präsident Ollanta Humala ernannte am Samstag Innenminister Óscar Valdés zum neuen Regierungschef, wie das Presseamt des Präsidenten mitteilte. Ein Grund für den Rücktritt von Lerner Ghitis wurde nicht genannt. Politische Beobachter glauben jedoch, dass der Staatschef im Konflikt um Bergbauvorhaben einen härteren Kurs einschlagen will. Valdés, wie Humala ein Oberstleutnant im Ruhestand, gilt als einer der engsten Vertrauten des Präsidenten.

Lerner Ghitis, ein 65-jähriger Ingenieur und Millionär, hatte seit der Amtsübernahme Humalas Ende Juli 2010 sowohl im linken als auch im rechten politischen Lager Vertrauen für die Regierung gewonnen. Ihm sei es um Dialog und Konsens gegangen, heißt es in seinem Rücktrittsschreiben.Lerner Ghitis hatte vergangene Woche vergeblich versucht, im Streit um ein Bergbauprojekt im Departement Cajamarca zu vermitteln. Die lokale Regierung und Teile der Bevölkerung befürchten, durch eine geplante Goldmine in der Region werde die Umwelt geschädigt.

Durch die Ernennung von Valdés zeichne sich nun eine Verhärtung der Fronten im Streit um Umweltrisiken von Bergbauvorhaben ab, warnt der Politologe Alfredo Torres. Die Regierung wolle ihr Wachstumsprogramm vorantreiben, erklärte Torres der Online-Ausgabe der Zeitung „El Comercio“.

Vertreter der Wirtschaft begrüßten den Wechsel. Die Ernennung von Valdés setze ein Zeichen der Kontinuität, erklärte der Vorsitzende des Unternehmerbunds Confiep, Humberto Speziani. (dpa)