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Philip Morris baut Werk in Dresden

Die Amerikaner setzen mit der Mini-Zigarette Iqos mehr als ein Rauchzeichen. Die Wirkung des verdampften Tabaks ist aber umstritten.

© Philip Morris

Von Nora Miethke, Ines Mallek-Klein und Michael Rothe

Dresden. Der Chiphersteller Globalfoundries, sein Photomaskenzentrum und der Globus-Baumarkt bekommen unweit vom Dresdner Flughafen einen prominenten Nachbarn. Nach SZ-Informationen hat sich der Tabakhersteller Philip Morris International im Airportpark ein Grundstück gesichert, um ein neues Werk zu errichten.

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Gefertigt werden soll jedoch nicht mehr die klassische Zigarette, sondern ein Ersatz- beziehungsweise Nachfolge-Produkt. Hinter jenem Iqos verbirgt sich ein stiftförmiges Gerät mit speziell dafür entwickelten Tabak-Sticks. Jene Mini-Zigaretten werden in dem Stift auf 200 bis 300 Grad erhitzt und nicht verbrannt. Das soll angeblich deutlich weniger gesundheitsschädlich sein. So wirbt das Unternehmen auf großen Plakaten, die derzeit im Dresdner Straßenbild auftauchen.

Philip Morris, in Deutschland vor allem durch die Marke Marlboro bekannt, wollte am Donnerstag die Ansiedlungspläne weder bestätigen noch dementieren. Die Vorsitzende der Geschäftsführung, Stacey Kennedy, wird die Details der Investitionspläne erst am kommenden Montag in Dresden erläutern.

In Deutschland gilt die Technologie als große Hoffnung, sie dürfte die weniger akzeptierte E-Zigarette schon bald überholt haben. In Japan beispielsweise verzeichnet das System bereits einen Marktanteil von zehn Prozent, in Tokio sogar von 15 Prozent. Der schnelle Erfolg kann auch daran liegen, dass in Japan E-Zigaretten verboten sind. In Deutschland wird ein Marktanteil von fünf Prozent angepeilt. Hier gibt es bislang einige Testläden, etwa in Berlin und München. Auch in Dresden wird es einen Shop geben: Mit Stellenanzeigen sucht man derzeit nach Mitarbeitern für ein Iqos-Geschäft in der Altmarktgalerie.

Ob Iqos-Zigaretten wirklich weniger schädlich sind als normale Zigaretten, ist umstritten. Noch gibt es keine unabhängigen wissenschaftlichen Studien, die die Langzeitwirkung des Systems erforschen.

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Dresden ist für die Herstellung der Tabak-Sticks gut gerüstet. In der f6-Zigarettenfabrik, die Philip Morris samt der beliebten DDR-Marken f6 und Karo 1990 übernahm, laufen derzeit pro Jahr rund 600 Millionen Glimmstengel vom Band. Das sind aber gerade mal etwa fünf Prozent der Gesamtproduktion. Das Werk hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise auf die Herstellung von Dreh- und Stopftabak spezialisiert. Der in dem neuen Zigarettentyp verwendete Tabak gilt als Pfeifentabak.