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Pieschen soll eine Fähre bekommen

Im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Dresden wird eine weitere Elbquerung gefordert. Doch diese löst nicht alle Probleme.

© André Wirsig

Von Kathrin Kupka-Hahn

Pieschen droht in den kommenden Jahren das Verkehrschaos. Denn der Stadtteil im Dresdner Nordwesten wird immer beliebter. Der Zuzug von Familien und jungen Leuten hält seit Jahren stetig an. Zudem sind weitere Wohngebiete geplant, wie etwa die Hafencity in der Leipziger Vorstadt oder entlang der Micktener Sternstraße. Verkehrsplaner rechnen damit, dass der Verkehr weiter zunimmt. Auch die Zahl der Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel wird weiter steigen. Jeder will und muss mobil sein.

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Entlastung könnte eine zusätzliche Elbquerung schaffen – für Autos, Straßenbahnen, Fußgänger und Radfahrer. Das ist nicht wirklich neu, aber jetzt im Verkehrsentwicklungsplan 2025 schwarz auf weiß nachzulesen. Vorstellbar ist eine Elbbrücke in Verlängerung der Erfurter Straße. „Dieser Standort sollte nicht aufgegeben werden“, sagt Schmidt. Doch bis es diese Brücke wirklich geben wird, vergehen noch Jahre. Die Stadtplaner rechnen damit, dass diese erst nach 2025 gebaut wird. Deshalb muss eine Zwischenlösung her. Die Verkehrsingenieure schlagen eine Fährverbindung vom Pieschener Winkel ins Ostragehege vor. Damit würde nicht nur eine bessere Anbindung zum Messegelände geschaffen, sondern auch der Verkehr am Dreyßigplatz, in der Lommatzscher Straße, in der Washingtonstraße und auf der Flügelwegbrücke entlastet.

Jedoch lehnen die Dresdner Verkehrsbetriebe eine Fährverbindung seit Jahren ab. Der Testbetrieb zum Kirchentag 2011 in Höhe der Eisenberger Straße brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Unsere Argumente haben sich nicht geändert“, erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch. Wirtschaftlich sei eine zusätzliche Fährverbindung an alter Stelle nicht vertretbar. Zunächst müssen ein Fährboot beschafft und passende Anlegestellen gebaut werden. Als weitere Hürden sieht Lösch die Zulassung der Fährstelle im Elbbogen, den Bau eines barrierefreien Zugangs und die Hochwassersicherung. Auch wären die Betriebskosten nicht unerheblich.

Dennoch besteht Hoffnung. Sobald der Stadtrat diese Fährverbindung beschließt und die DVB damit beauftragt, werde man sich nicht verweigern. Schließlich würde die Stadt das Vorhaben dann mitfinanzieren. Somit liegt die Entscheidung beim Stadtrat.

Doch der hat für Pieschen noch weitere Probleme in Sachen Verkehr zu lösen. Nicht nur zur Entlastung der Hauptverkehrsachsen Leipziger und Großenhainer Straße. Laut Straßen- und Tiefbauamt sind hier täglich 24.000 beziehungsweise 15.000 Fahrzeuge unterwegs. Sondern auch in den bereits bestehenden Wohngebieten. Hier macht sich die Parkplatznot bereits jetzt schon bemerkbar.

Anwohner der Hans-Richter-Siedlung in Trachau, entlang der Leipziger und Großenhainer Straße oder im Pieschener Einkaufsviertel an der Oschatzer und Bürgerstraße beschweren sich ständig darüber, dass Parkplätze fehlen. Die Parkplatznot wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Deshalb haben die Planer der Ingenieurgruppe IVV aus Aachen im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan auch „dringenden Handlungsbedarf“ angemahnt.

Die Stadt möchte das Problem unter anderem mit bezahltem Parken lösen. „Wir setzen auf Parkhäuser, die von privaten Investoren betrieben werden“, sagt Johann Schmidt, der im Stadtplanungsamt für Verkehrsentwicklung zuständig ist. Konkrete Standorte, wo Parkhäuser entstehen sollen, konnte er jedoch noch nicht nennen.